Mit ‘Warren Buffett’ getaggte Beiträge

Buffetts Transaktionen im 1. Quartal 2016 zusammengestellt von Jason Fiber (DividendMantra).

Ein-Dollar-Regel

Veröffentlicht: 19. Februar 2016 in Warren Buffett
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Buffetts Finanzschnelltest ist die „Ein-Dollar-Regel“.

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Es sagt sich so leicht: „Wenn die Kurse fallen, kaufe ich nach“. Wenn es aber so weit ist, dann stellt man fest, dass die Kurse nicht so ganz ohne Grund gefallen sind. Das war mir aber von Anfang an klar. Dafür bin ich schon zu lange dabei. So auch dieses mal. (mehr …)

Interview mit Warren Buffett

Veröffentlicht: 10. September 2015 in Warren Buffett
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In einem heute erschienen Artikel im Handelsblatt geht es um ein Frernsehinterview, das Warren Buffett am Dienstagabend mit dem amerikanischen Sender CNBC geführt hat.

Ich halte mal folgende Punkte fest:

  • Exxon Mobil hat er verkauft, weil er die Ölpreisentwicklung pessimistisch sieht. Weswegen es vielleicht immer noch zu früh ist sich bei den großen Ölplayern einzukaufen, obwohl die historischen Dividendenrenditen schon sehr verlockend aussehen.
  • Bei Phillips 66 hat er sich dagegen stärker engagiert, weil er vor allem das Unternhemen und das Management sehr mag. Der zuvor stattgefundene Verkauf erfolgte aus steuerlichen Gründen.
  • Bei IBM hat er weiter zugekauft!
  • Er hält mindestens immer 20 Mrd. Dollar in Cash für Käufe bereit. Merken: Immer eine feste Summe  für Schnäppchenkäufe bereithalten.
  • Die US-Wirtschaft werde um ca. 2 % wachsen.
  • Europa versucht die Zinsen weiter niedrig zu halten
  • Eine Zinserhöhung in den USA hätte deswegen negative Auswirkungen auf den Export der USA. Das interpretiere ich dahingehend, dass, wenn es überhaupt zu Zinserhöhung(en) kommt, diese eher sehr moderat ausfallen werden.

Ich lese gerade zum zweiten mal „Die Essays von Warren Buffett – Das Buch für Investoren“ in der deutschen Übersetzung. Von Zeit u Zeit lese ich immer mal wieder eines meiner vielen Bücher von neuem.
Vieles hat man zwar gelesen und zur Kenntnis genommen, aber auch wieder vergessen, verdrängt, für unwichtig erachtet oder liest es mit „anderen“ Augen, weswegen ich Bücher gern öfter durchlese.

Bei den Essays von Warren Buffett handelt es sich um ausgewählte Passagen aus den Briefen von Warren Buffett an seine (Berkshire-Hathaway)Aktionäre.

Wer nicht desillusioniert werden möchte, sollte dieses Buch am besten erst gar nicht lesen. Zeigt es doch, wie unwissend man eigentlich ist. Zumindest mir ging es so.

Ausschlaggebend waren vor allem die Passagen über die Rechnungslegung und wie widersinnig diese sind. Wie sich das auf den Gewinn auswirkt bzw. das dieser nicht voll ausgewiesen werden darf, weil es z. B. ein Unterschied in der Rechnungslegung ist, ob man eine Firma ganz oder nur zu Teilen besitzt. Und, ob man mehr als 50 % oder nur 10 oder 20 % besitzt. Dabei sollte es doch völlig egal sein, ob man nun 100%, 50%, 20% oder nur 0,0001% an einer Firma hält.
Buffett legt zwar ihre Widersinnigkeit auf, meinte, zur Ehrenrettung der bestehenden Buchhaltungsregeln, dass er selbst keine anderen Aufstellen wolle.

Die Krone setzte dem Ganzen noch eine Satire auf die Regeln der Rechnungslegung von Benjamin Graham aus dem Jahre 1936 auf, wo er den Verlust eines Stahlwerks von 2,76 USD in einen Gewinn von 49,80 USD pro Aktie wandelte.

Buffett meint dazu, dass es leider immer wieder zu solchen Auswüchsen ähnlich derjenigen von Benjamin Grahams Satire kommt, wo es zu einer allzu phantasiereichen Auslegungen in den Finanzberichten großer amerikanischer Unternehmen kam, die aber von Wirtschaftsprüfern mit bekannten Namen als ordungsgemäß abgezeichnet wurden.

Dazu noch ein Zitat von Buffett: Der Begriff „Gewinn“ klingt nach Geanauigkeit. Und wenn eine Gewinnahl von der Bestätigung eines unqualifizierten Wirtschaftsprüfers begleitet wird, dann mag ein naiver Leser denken, dass sie in ihrer Genauigkeit mit der Zahl Pi vergleichbar ist, … In der Realität kann der Gewinn formbar wie Glaserkitt sein, wenn ein Scharlatan das Unternehmen führt, das ihn ausweist. Am Ende wird die Wahrheit ans Licht kommen, aber in der Zwischeneit kann eine Menge Geld dem Besitzer wechseln. In der Tat wurden einige bedeutende amerikanische Vermögen dadurch geschaffen, dass Fata Morganas der Rechnungslegung in Geld verwandelt wurden.

Was soll ich als Normalo von dem ganzen Zahlenmaterial also halten, wenn noch nicht mal namhafte Wirtschaftsprüfer Schmuh feststellen können und was sagt der Gewinn aus, wenn er formbar wie Glaserkitt ist?

Schon alles sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Viele (auch ich) die Gewinne irgendwie hochrechnen, um zu entscheiden, ob man einen guten oder zumindest fairen Preis bezahlt und was für ein Tam-Tam gemacht wird, wenn mal ein Quartalsgewinn um wenige Cent von den Erwartungen abweicht.

Owner Earnings

Veröffentlicht: 9. August 2015 in Glossar, Warren Buffett
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Viele bekannte Value-Investoren verwenden einen Free Cashflow, den Warren Buffett auch als „Owners Earnings“ bezeichnet. Buffett definiert die Owners Earnings als das Cash, das der Eigenkapitalgeber dem Unternehmen wegnehmen könnte, ohne es in seiner Ertragskraft zu schädigen. Als einfache Formel schlägt er vor, die Owners Earnings aus dem Jahresüberschuss plus Abschreibungen minus ertragsherhaltendem Capex minus Veränderungen des Working Capitals zu berechnen.

__Jahresüberschuss_______________(Net Income after Tax)
+ Abschreibungen________________(Depreciation, Deplation, Amortization)
– Ersatzinvestitionen______________(Capital Expenditures oder kurz Capex)
– Änderung im Betriebskapital_______(Change Working Capital)
= (vereinfachte) Eigentümergewinne_(Owner Earnings simplyfied)

Quelle:http://simple-value-investing.de/blog/goodwill-panikmache-unternehmerisches-buchhalterisches-denken

…net income after taxes_______(Jahresüberschuß)
+ depreciation_______________(Abschreibung auf Sachanlagen)
+ depletion_________________(Abschreibung wegen Substanzveringerung)
+ amortization_______________(Abschreibung auf Goodwill)
+ other non cash charges______(z.B. Gelder, die in die Rückstellungen geflossen sind)
– Zugang aus Rückstellungen
+/- extraordinary items_________(minus außerordentliche Gewinne/plus außerordentliche Verluste)
– avarage capital expentiture____(durchschnittlich benötigte Ersatzinvestitionen)
– additional working capital that might be needed (zusätzliche benötigtes Kapital z.B. Aufbau von Forderungen)
– capital gains________________(Gewinne aus Verkäufen über Buchwert)
+ capital losses_______________(Verluste aus Verkäufen unter Buchwert)
= owner earnings

Quelle Beitrag Nr. 11: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/500-beitraege/348115-1-500/bewertung-des-cash-flow

Es gibt viele Anleger, die Buffett verehren und zitieren, aber wer geht schon so ins Detail?

Vor ein paar Tagen war es wieder so weit und Buffett musste aufzeigen, welche Transaktionen er im 4. Quartal 2014 getätigt hat. Jason (DividendMantra) hat es hier wieder super kommentiert. Die Grafiken zeigen schön, wo man ungefähr ein- bzw. ausgestiegen ist.

Buffett scheint weiter großes Interesse an Medienaktien zu haben. Gut fand ich, dass er weiter an IBM festhält und hier weiter zugekauft hat, obwohl die Zahlen von IBM wieder mal enttäuschend waren. Buffett scheint also weiterhin voll an den Umbau bei IBM zu glauben.

Überrascht hat mich allerdings etwas der Verkauf von Exxon. Exxon war mit ca. vier Mrd. USD immerhin die siebtgrößte Position im Depot. Auch hier zeigt sich einmal mehr, dass Buffett kein reines Buy-and-Hold betreibt, wie es immer wieder gern behauptet wird. Das Buy-and-Hold dürfte nur für die größten vier bis sechs Werte im Portfolio zutreffen, weswegen mich auch der Zukauf bei IBM so gefreut hat.

Der Verkauf der gesamten Position von Exxon war vielleicht nicht mal so erstaunlich, weil er hier wahrscheinlich von einer längeren Konsolidierung beim Ölpreis ausgeht, um dann später wieder einzusteigen.

Erstaunt hat mich vielmehr der gleichzeitige Zukauf bei Suncor Energy. Gerade bei Suncor Energy hatte ich gedacht, dass Buffett der fallende Ölpreis am meisten zu schaffen macht. Als Ölpruduzent aus Ölsanden sind hier nämlich die Kosten so mithin am höchsten. Da dürften meinem Verständnis nach niedrige Ölpreise sich weitaus negativer bemerkbar machen als bei einer Exxon.

Wie dem auch sei, ich werde an meinen Ölwerten jedenfalls festhalten und bei weiter fallenden Kursen eher noch zukaufen. Für mich ist der Ölpreisverfall nur eine vorübergehende Sache.

Interessant fand ich den Zukauf der Precision Castparts Corp. Eine Position, die ich zuvor gar nicht wahrgenommen hatte. Die Zahlen der Firma sind wirklich erstaunlich gut, mal von der sehr niedrigen Dividendenrendite von 0,05 % abgesehen.