Mit ‘GKV’ getaggte Beiträge

Ich schreibe hier hauptsächlich für den Normalo. Also für denjenigen, der einer unselbstständigen Arbeit nachgeht und von der FU (Finanzeillen Unabhängigkeit) träumt. Eine Frage, die mit Recht immer wieder auftaucht, ist, wie mache ich das mit der Krankenkasse? Wie viel muss ich zahlen? Wie wird das berechnet?
Im WWW liest man dann viel Mist und Halbwahrheiten, die eher verunsichern statt einem weiter zu helfen.
Bei mir war das damals genauso, weswegen ich mal etwas Licht ins Dunkle aus der Praxis bringen will:

Wie viel muss ich also an Krankenkassenbeitrag zahlen?

Ich spreche hier über die Krankenkassenbeiträge als Single ohne Kind. Das spiegelt meine Situation wider und nur darüber weiß ich bescheid und kann auch aus der Praxis berichten. Alle anderen müssen sich woanders informieren oder weitere Recherchen auf ihren speziellen Fall vornehmen. Am besten bei der Krankenkasse selbst anrufen oder anmailen. Dann hat man später mal was schriftlich.

Als Privatier kann man sich privat oder gesetzlich krankenversichern.

Ich schreibe hier für diejenigen, die sich gesetzlich versichern wollen.

Man fällt als Privatier dann unter die Rubrik freiwillig gesetzlich Krankenversicherter.

Wer kann sich alles freiwillig gesetzlich versichern?

  • Arbeitnehmer, die mehr als 57.600,00 Euro im Jahr bzw. 4.800,00 Euro im Monat verdienen
  • Selbstständige
  • Studenten ab dem 15. Fachsemester oder einem Alter von 30 Jahren
  • Nicht versicherungspflichtige Rentner
  • Beamte und Pensionäre
  • Personen, die lang- oder kurzfristig nicht erwerbstätig sind

Als Privatier vor dem Rentenalter zählt man nicht als Selbstständiger, sondern zum Letzteren. Das ist wichtig, weil der Krankenkassenbeitrag anders berechnet wird.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?
Um freiwilliges Mitglied zu werden, müssen Sie die Vorversicherungszeiten erfüllen. Diese ist erfüllt, wenn Sie vorher 12 Monate ununterbrochen und unmittelbar vor der Anschlussversicherung oder 24 Monate in den letzten 5 Jahren vor Antragstellung Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse waren.

Welchen Nachweis muss man erbringen?
Man bekommt von der Krankenkasse mit dem Antrag auf Mitgliedschaft auf freiwillig gesetzliche Krankenversicherung einen Wisch zugeschickt, wo man seine voraussichtlichen Einkünfte (aus Kapitalvermögen) angeben muss. Nach den voraussichtlichen Einnahmen errechnet die Krankenkasse dann den Beitrag.
Im Jahr darauf reicht man dann den Einkommenssteuerbescheid vom Finanzamt mit den tatsächlich erzielten Kapitaleinkünften nach, sobald man diesen erhalten hat. Daraufhin wird von der Krankenkasse genau abgerechnet und es kommt zur Nachzahlung oder man bekommt etwas zurück, wenn man nicht so viel Einnahmen hatte, wie man vorher angegeben hatte.

Und wie viel muss ich jetzt nun endlich zahlen?
Als Privatier muss man Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil bezahlen. Die Höhe hängt von der Krankenkasse und der Höhe der Kapitaleinkünfte ab. Ich habe bei der Techniker-Krankenkasse  eine schöne Tabelle gefunden, die die Beiträge aufzeigt und die auch mit meiner Krankenkasse übereinstimmt.
Es gibt bei den gesetzlichen Krankenkassen kleine Abweichungen, je nachdem, welcher Zusatzbeitrag zu zahlen ist. Da muss man schauen, wo man am besten bei weg kommt, aber das sind in etwa die Beiträge, die zu zahlen sind:

Als Single ohne Kind würde man 2017 also mindestens 176,52 Eur0 (148,75 + 27,77) monatlich zahlen und höchstens  774,30 Euro (652,50 + 121,80).

Für alles, was dazwischen liegt muss man einfach wie folgt vorgehen:
Ermäßigter Beitragssatz 15,00 % + Pflegeversicherung mit Zuschlag 2,80 % (bei Kinderlosen über 23 Jahre) = Gesamt 17,8 %

Man muss also von seinen Kapitalerträgen 17,8 % an die Krankenkasse als freiwillig gesetzlich Versichter zahlen.

Beispiel:
Kapitaleinkünfte: 15.000 Euro
Krankenkassenbeitrag jährlich: 17,8 % von 15.000 Euro = 2.670,00 Euro
Krankenkassenbeitrag monatlich: 2.670 Euro : 12 = 222,50 Euro

 

 

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