Archiv für die Kategorie ‘Fragen’

Du legst schon seit über 20 Jahren Dein Geld in Aktien an. Was ist die Quintessenz, also das Wichtigste bzw. das Wesentlichste, dass Du den Lesern nach dieser Zeit mitteilen kannst.

Viele Anleger betreiben keine richtige Aktienanlage. Sie versuchen das schnelle Geld zu machen. Sie kaufen Pennystocks , Aktien von irgendwelchen vielversprechenden Minengesellschaften oder sind auf der Suche nach der nächsten Microsoft, Google oder Apple. Oder sie traden hin und her.

Das investierte Geld ist so meist schnell weg oder hat sich zumindest drastisch reduziert. Wer ein wenig Zeit mitbringt braucht dies alles gar nicht tun.

Das Beste ist sein Geld ganz einfach in solide Dividenden(wachstums)aktien anzulegen, die man zu einigermaßen vernünftigen Kursen kauft, um diese möglichst lange zu halten. Am besten für immer.

Eine Kaufgelegenheit ergibt sich meist, wenn es gerade irgendwelche Probleme bei einer Firma gibt und der Kurs deshalb sich im Sinkflug befindet, man aber davon ausgehen kann, dass die Firma diese Probleme wieder in den Griff bekommt.

Eine andere gute Möglichkeit ergibt sich oft, wenn der gesamt Aktienmarkt am einbrechen ist. Dann fallen meist auch die Kurse von ganz soliden Unternehmen. Das ist meist die beste Möglichkeit. Kostet aber eine Menge Mut, weil man sich gegen den Trend stellen muss und man nicht weiss, wann dieser Abwärtstrend zu Ende ist.

Meist fallen nach dem Kauf die Kurse noch weiter und man ärgert sich, weil man zu früh gekauft hat. Dafür besteht jedoch kein Anlaß. Wenn man etwas günstig gekauft hat, sollte man sich freuen. Wichtig ist in so einer Phase, dass man sich nicht von weiter fallenden Kursen verunsichern lässt und nicht verkauft.

Ich bin kein Freund des stetigen Zukaufens. Man sollte nur kaufen, wenn der Kurs einigermaßen vernünftig ist. Wenn man der Meinung ist, dass die Kurse zu hoch sind, dann sollte man einfach solange aussetzen, bis sich eine Möglichkeit ergibt. Diese kommt bestimmt.

Bei Einzelaktien ist das eher der Fall, als wenn man auf ganze Märkte wie den S&P 500 setzt. Ein Grund mehr dafür, dass ich auf Einzelaktien statt auf ETFs setze.

Man sollte eine Aktie nicht unbedingt kaufen, weil sie  günstig ist, sondern sollte auch immer die Qualität mitberücksichtigen. Ein Umstand, der bei mir immer mehr Gewicht einnimmt und mich immer kritischer werden lässt. Und plötzlich merkt man, dass die Auswahl an Aktien gar nicht mehr so groß ist, die man wirklich dauerhaft in seinem Depot haben möchte.

Wenn man das einige Jahre durchzieht – so zehn Jahre – wird sich der Erfolg ganz automatisch einstellen.

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Soll ich Geldbestände anhäufen?

Veröffentlicht: 30. September 2016 in Fragen
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Manche empfehlen ja stetig und stur zu investieren. Zum Beispiel in einen Indexfonds oder einen ETF wie den S&P 500.

Schauen wir uns aber mal an wie das Warren Buffett  – einer der Großen der Zunft – handhabt.

Gemäß dem Artikel hat er also Geldbestände von mittlerweile 72 Mrd. angehäuft.

Warum kauft er nicht stetig und stur dazu?

Würde man jetzt z. B. in den S&P 500 investieren würde man stetig und stur zu historisch hohen Bewertungen kaufen.

Dividendeninvestoren hätten es hier schon etwas besser, da sie ja keinen Markt kaufen, sondern einzelne Aktien. Unter 500 Aktien würde sich schon eher noch die ein oder andere kaufenswerte Aktie finden.

Und wie macht es Buffett? Buffett wartet ab. Er steht am Seitenrand und wartet geduldig bis der Markt ihm eine Gelegenheit eröffnet.

Buffett hält immer einen gewissen Betrag X in Cash zur Verfügung. Also keinen gewissen Prozentsatz von seinem Vermögen, sondern eine mehr oder weniger feste Größe von 50 Mrd. USD. Das dieser bereits auf 72 Mrd. USD angewachsen ist, zeigt, dass es momentan schwierig ist attraktive Unternehmen zu finden, wobei er natürlich auf eine Gewisse Größe bei seinen Transaktionen schauen muss. Da haben wir Kleininvestoren Vorteile.

Und genau das würde ich auch vorschlagen. Abwarten bis man denkt, dass man zu einem vernünftigen – besser natürlich günstigen – Preis  kauft. Ist der bei keiner Aktie momentan gegeben einfach das Geld weiter anhäufen.

 

Eine der am meisten gestellten Fragen beim Aktienkauf ist die Frage: „Wie viel soll ich für diese Aktie Zahlen?“. Denn es ist wie bei jedem Kauf. Niemand möchte zu viel bezahlen. So natürlich auch beim Aktienkauf.

(mehr …)

Viele fangen an zu sparen und zu investieren, weil sie für den Ruhestand vorsorgen wollen. Manche liebäugeln aber auch damit, eines Tages ganz von dem Gesparten leben zu können und das möglichst weit vor dem eigentlichen Renteneintrittsalter. Dann stellt man sich unweigerlich die Frage: Wie viel Geld brauche ich eigentlich um davon Leben zu können? (mehr …)

Was hälst Du vom Rebalancing?

Veröffentlicht: 9. April 2015 in Fragen
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Was hälst Du vom Rebalancing, also dem Teilverkauf einer Position, wenn sie einen vorher bestimmten Anteil an einem Depot überschritten haben?

Beispiel: Es wurde vor der Depotzusammenstellung festgelegt, dass keine Position mehr als 5 % in einem Depot ausmachen soll. Sobald eine Position mehr als 5 % ausmacht, wird ein Teil verkauft, so dass man mit der Position wieder unter 5 % ist.

Ich halte nichts davon. Buffett hat es einmal damit verglichen, dass das so wäre als würden die Chikago Bulls Michael Jordan verkaufen, nur weil er so ein wertvoller Spieler für die Mannschaft geworden ist und Peter Lynch meinte dazu, dass das so wäre als würde man die Blumen abschneiden und das Unkraut züchten.

 

Nun, ich selbst diversifiziere in verschiedene Sektoren und Branchen. Ich kann allerdings diejenigen nicht verstehen, die partout möglichst in allen Sektoren bzw. Branchen diversifiziert sein wollen. Ich habe mir in meinem jetzigen Urlaub noch mal „Die Essays von Warren Buffett – Das Buch für Investoren“ zu Gemüte geführt und wichtige Passagen markiert, auf die ich hier noch mal eingehen wollte. Warren Buffett schreibt dazu auf Seite 71 im letzten Absatz:

Meine Schlussfogerung aus eigenen Erfahrungen und aus der Beobachtung von anderen Unternehmen ist: Der Erfolg als Manager (gemessen an den wirtschaftichen Ergebnissen) hängt weit mehr davon ab, im Boot welcher Branche man sitzt, als davon, wie gut man rudert (obwohl Intelligenz und Einsatz natürlich in guten wie in schlechten Branchen beträchtlich helfen). Sollten Sie sich in einem Boot wiederfinden, das chronisch leckt, dann verwenden Sie ihre Energie wahrscheinlich produktiver, wenn Sie das Boot wechseln, statt Lecks abzudichten.

Weswegen ich mich auch aus manchen Sektoren und Branchen -wie z. B. der Stahlindustrie – ganz bewusst raushalte. Tim Mc Aleenan Jr., einer meiner Lieblingsblogger aus den USA, hat witzigerweise gerade zu diesem Thema jetzt auch einen Artikel veröffentlicht, in dem er schreibt, bei welchen Sektoren man vermutlich besser als der S&P 500, in etwa  gleich und wahrscheinlich schlechter abschneidet. Besser: Gesundheit, Nahrungsmittel, Energie Ungefähr gleich: Telekom Schlechter: Papier, Stahl, Textil, Schiffsbau. Lest am besten den ganzen Artikel. Er ist meiner Meinung nach sehr hilfreich bei der Auswahl der richtigen Sektoren für Deine Aktienauswahl, denn wie bemerkte Warren Buffett doch sehr richtig:

Gute Jockeys sind auf guten Pferden gut, doch nicht auf alten Kleppern.

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Mit anderen Worten: Was nutzt ein guter Manager, wenn die Branche nicht mehr her gibt. Was wir brauchen sind also nicht nur gute Manager, sondern auch aussichtsreiche Branchen, weswegen sich eine Diversifikation auf alle Sektoren und Branchen meiner Meinung nach verbietet.

Ergänzung (01.09.2016):
Was ist die beste Branche

Auf dieser Graphik sieht man schön, wie sich die einzelnen Branchen in den USA seit 1900 entwickelt haben. Ich denke, dass man das aber auch auf andere Industrieländer anwenden kann.
Demnach schnitten Tabak, Elektro, Chemie, Nahrungsmittel und Eisenbahnen besser als der Markt ab. Schlechter waren Haushaltswaren, Minen, Telekom, Maschinenbau, Kohle, Versorger, Papier, Stahl, Textilien und Schiffe (in dieser Reihenfolge).
Das sollte als grobe Richtlinie dienen, in welche Branche man eher investieren (Schwerpunkte setzen) sollte und welche Branchen man eher meiden sollte. Leider sind nicht alle Branchen vertreten. So fehlen auf den ersten Blick z. B. Banken/Versicherungen, Pharma/Medizin, Öl/Rohstoffe, Handel und Automobil.

Warum sollte man unbedingt Aktionär werden?

Veröffentlicht: 25. Februar 2015 in Fragen
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Man muss sich mal anschauen, wie sich die Besitzverhältnisse immer mehr verschieben. Nicht umsonst heisst es, dass die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden.

Woran liegt das? Die Arbeiter und Angestellten werden durch Maschinen ersetzt.  Der Arbeiter/Angestellte verliert seine Arbeit bzw. diese wird ins Ausland verlagert.

Das Problem ist jetzt gar nicht mal, dass die Arbeit durch eine Maschine erstzt wird. Ist doch gut, wenn der Mensch nicht mehr eine monotone oder schwere Arbeit erledigen muss, sondern eine Maschine. Es ist der Gewinn. Denn der Gewinn kommt jetzt dem Eigentümer der Maschine voll und ganz zu Gute. Vorher hat der Arbeiter/Angestellte immerhin noch einen Teil in Form eines Lohns/Gehalts abbekommen.

Dies wird sich auch in Zukunft so fortsetzen. Der einzige Ausweg für den Arbeiter/Angestellten ist es selbst Eigentümer von Produktivkapital zu werden, wenn auch nur zu einem ganz kleinen Teil.

Wie das? Nun, als Aktionär gehört einem ein winziges Stückchen einer Firma. Ein Stückchen vom Produktivkapital. Man gehört jetzt selbst zur Besitzenden Klasse. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Nachteil, man hat ein gewisses Risiko, z. B.  dass die Firma Pleite geht oder die Geschäfte nicht so toll laufen.

Vorteil: Man ist am Gewinn der Firma beteiligt.

Mit jeder neuen Maschine, mit jedem Fortschritt, der bei der Produktion erzielt wird, ist man von nun an beteiligt und kann ein Stück vom Kuchen abhaben.

Wer sich nicht zutraut in einzelne Aktien zu investieren, der kann immer noch in Aktien in Form von Indexfonds oder ETFs (sind meist sehr viel billiger als aktiv gemanagte Fonds) investieren und ist auch so am wirtschaftlichen Fortschritt beteiligt.

Nachtrag 29.04.2015
Wenn Ihr Euch aber entscheidet Aktien zu kaufen, dann fühlt Euch auch so wie der Eigentümer einer Firma, denn nichts anderes seid Ihr jetzt. (Mit)eigentümer! Verkauft nicht gleich, wenn die Aktie mal fällt oder Ihr x % Gewinn gemacht habt.  Eine Frau Klatten verkauft auch nicht gleich ihren ganzen Bestand an BMW-Aktien, weil es mal besonders gut oder schlecht läuft. Schaut, wie sich Eure Firma entwickelt. Gerade, wenn die Firma so läuft wie Ihr es geplant habt, es zu steigenden Gewinnen und Dividendenausschüttungen kommt, gibt es eigentlich gar keinen Grund die Aktie zu verkaufen.
Das könnt Ihr immer noch, wenn Ihr das Geld für eine größere Anschaffung z. B. für den Kauf einer Immobilie benötigt oder ein noch besseres Investment findet. Aber denkt dran, bei jedem Verkauf müsst Ihr die entstandenen Gewinne versteuern. Um so viel muss das neue Investment erst mal besser sein.

Lest die Geschäftsberichte. Interessiert Euch ein wenig für Wirtschaft und Eure Investments werden im Laufe der Zeit immer besser werden. Kümmert Euch selbst um Euer Geld, Eure Investments. Niemand hat mehr Interesse daran als Ihr selbst. Die Banken und Anlageberater schauen doch meist nur, wo sie am meisten Provision kassieren können. Darauf werden die Mitarbeiter geschult. Meist raten sie von Aktien ab oder schlagen vor die im Depot befindlichen Aktien zu verkaufen und einer ihrer Fonds zu kaufen. Mit dem Argument, dass das sicherer ist, weil man dann viel breiter aufgestellt ist. In Wirklichkeit verdienen sie mehr an Euch und der Chef des Anlageberaters ist zufrieden, weil er die Zielvorgabe soundso viel Fonds zu verkaufen erfüllt hat. Doch die Provisionen, Gebühren, Managementgebühren, die Ihr zahlt schmälern nur Eure Rendite. Deshalb versucht so wenig wie möglich zu handeln und haltet an Euren Firmen fest, vor allem, wenn Eure Erwartungen erfüllt werden.
Identifiziert Euch mit Euren Firmen, vor allem, wenn Ihr selbst deren Produkte oder Dienstleistungen kauft und freut Euch, wenn sie Euch in Eurem täglichen Leben begegnen, Ihr sie im Fernsehen seht oder auch in (weit entfernten) Ländern vorfindet in denen Ihr Urlaub macht.

Nachtrag vom 27.12.2016
Link zu einem Artikel (in Englisch) von Jason Fiber (Mr. Free at 33), der in die gleiche Richtung geht.