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Benjamin Graham

Veröffentlicht: 29. September 2015 in Benjamin Graham
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Aktienauswahl für den defensiven Investor

  1. Angemessene Größe des Unternehmens
    100 Mill. USD Umsatz bei einem Industrieunternehmen und nicht weniger als 50 Mill. USD an Gesamtvermögen bei einem öffentlichen Versorgungsunternehmen
  2. Ausreichende Finanzstärke
    Bei Industrieunternehmen sollte das Umlaufvermögen mindestens doppelt so hoch sein wie die kurzfristigen Verbindlichkeiten.
    Langfristige Verbindlichkeiten nicht größer als Nettoumlaufvermögen bzw. Betriebskapital.
    Bei öffentlichen Versorgungsunternehmen sollten die Schulden den doppelten Wert der Aktien (zum Buchwert) nicht überschreiten.
  3. Stabilität der Gewinne
    Keine Verluste innerhalb der letzten 10 Jahre
  4. Dividenden
    Ununterbrochene Dividendenzahlungen in den letzten 20 Jahren.
    Dividendensteigerungen werden also nicht vorausgesetzt. Lediglich das Aussetzen einer Dividendenzahlung wird negativ gesehen
  5. Gewinnwachstum
    Gewinne sollen mindestens um ein Drittel in den letzten 10 Jahren geachsen sein (zu Beginn und am Ende der dreijährigen Durchschnitte)
  6. Moderates KGV
    Aktueller Kurs nicht höher als das 15-fache als der Durchschnitt der Gewinne der letzten drei Jahre
  7. Moderates KBV
    Kurs < KBV 1,5 bzw.
    KGV x KBV < 22,5 (KGV 15 x KBV 1,5)
  8. 1/KGV bzw. GKV > Anleihenrendite von AA-Anleihen

Vielen Finanzanalysten ist das zu konservativ. Sie stehen eher auf dem Standpunkt, dass selbst konservative Anleger bereit sein sollten für Qualitätsunternehmen großzügige Kurse zu zahlen. Dies ist aber nicht der Standpunkt von Benjamin Graham, da der Faktor Sicherheit vernachlässigt wird und ein zu großer Teil des Kurses vom stetig wachsenden Gewinn in der Zukunft abhängig wäre.
Wichtig ist jedoch der Faktor Wachstum. Ohne Wachstum würde sich ein Unternehmen rückläufig entwickeln, weswegen ein konservativer Anleger von Unternhemen ohne Wachstum Abstand nehmen sollte, außer wenn der Kurs so niedrig ist, dass man sie als Schnäppchen sehen könnte.

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Die Auswahl für den defensiven Investor

Die aktuellen Kurse reflektieren alle bekannten Fakten und auch die Zukunftserwartungen. Graham gibt somit der „Hypotese des effizienten Marktes“ recht.

Jeder kompetent Analyst schaut eher in die Zukunft als in die Vergangenheit.

Es gibt zwei Herangesehensweisen die Zukunft vorherzusagen:

  1. die der Vorhersage (Qualitativer Ansatz)
  2. die der Absicherung (Quantitativer oder statistischen Ansatz).

Die Analysten, die den Schwerpunkt auf Vorhersage (Qualitativer Ansatz) legen, werden sich bemühen, mit allerlei Fakten (Angebot und Nachfrage, Absatz, Preis und Kosten etc.) so genau wie möglich den Kurs vorherzusagen.
Ziemlich naiv wäre es allerdings das Wachstum der Vergangenheit auf die Zukunft zu übertragen . Also das, was ich unter anderem mache.

Im Kommentar heißt es, dass die Kapitalanlage auf der Basis der Vorhersage eine Narretei sei, weil es einfach viel zu viel unvorhersehbare Dinge gibt, die sich auf den Kurs auswirken. Selbst Vorhersagen von Experten sind mehr oder weniger so zuverlässig wie der Wurf einer Münze.

Die Methode der Absicherug (Quantitativer Ansatz) ist nichts anderes als die Sicherheitsmarge. Also, dass eine Aktie unterhalb ihres Wertes an der Börse notiert sein sollte.

Hierzu meint der Kommentator:  Eine Kapitalanlage auf Basis der Absicherung ist die beste Lösung. Vor allem auch vor einem übersteigerten Vertrauen in das eigene  Urteilsvermögen.

Benjamin Graham hielt sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit immer an den quantitativen Ansatz.

Der defensive Invstor soll der Diversifizierung mehr Bedeutung beimessen als der individuellen Auswahl.

 

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Stocks that are trading in the cheapest quintile according to book value go on to outperform the other four quintiles combined by 2.5% annually over the subsequent twenty-year measuring period. It is this insight, coupled with the construction of client portfolios following this principle, that made Benjamin Graham a millionaire quickly and earned him the nickname “The Dean of Wall Street.”
Quelle