Verkauf: Mattel

Veröffentlicht: 18. Mai 2017 in Transaktionen
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Normalerweise möchte ich meine Aktien nicht verkaufen, sondern möglichst lange halten. Manchmal muss man aber auch handeln, besonders, wenn die Zahlen deutlich gegen einen laufen.

Im Frühjahr gehe ich alle Firmen in meinem Depot durch, ergänze die neuesten Jahreszahlen aus Morningstar und schaue, ob das alles in die richtige Richtung läuft. Ganz nach dem Motto Buy-and-Monitor“.

Wenn der Gewinn mal nach unten geht,“ ist das nicht so tragisch. Das liegt in der Natur der Sache, dass mal die Geschäfte nicht so gut laufen, weswegen ich nicht gleich panikartig verkaufen würde.

Bei Mattel hatte ich ja gehofft, dass die Marke so stark ist, dass die zurückgehenden Verkaufszahlen nur temporär sind. Lag wohl auch an meiner Kindheit, wo man quasi mit Barbie (für Mädchen) und Spielzeugautos (für Jungs) groß geworden ist.

Ich habe mir das jetzt drei Jahre angeschaut. Kauf war Anfang 2014 und beuge mich nun den Zahlen.

Die Zahlen sind rückläufig. Egal, ob man da jetzt Umsatz, Gewinn  oder FCF nimmt. Die Margen und die Rentabilität entsprechen auch nicht mehr meinen Anforderungen.

Das Einzige, was jetzt noch bleibt, ist die hohe Dividendenrendite, die für die Aktie spräche. Was ist aber, wenn die Dividende gekürzt wird? Und alles spricht meiner Meinung nach dafür, denn FCF und Gewinne decken schon seit zwei, drei Jahren nicht mehr die Dividende.

Vor dieser anstehenden Dividendenkürzung hatte ich Angst.

Der FCF/Gewinn lag 2016 bei rund 1,00 USD pro Aktie. Die Jahresdividende bei 1,52 USD. Angebracht wäre also eine Kürzung um ein oder gar zwei Drittel auf rund 1,00 USD bzw. 0,50 USD.

Was ist so eine Aktie dann aber noch wert? Welches KGV ist für eine Aktie angemessen, deren Gewinne rückläufig sind und die ihre Dividende gekürzt hat ? Maximal vielleicht ein KGV von 15.

Wenn alles gut läuft kann man den Gewinn vielleicht bei 1,00 USD halten, was dann für einen Wert von 15,00 USD spräche.

Die Aktie lag bei rund 22 USD. Eine Dividendenkürzung würde also locker noch mal für einen Kursrutsch um ein Drittel sorgen, weswegen ich die Reißleine gezogen und verkauft habe.

Ich hatte extra noch die Zahlen für das vierte Quartal 2016 mit dem Weihnachtsgeschäft abgewartet, weil ich gehofft hatte, dass bei den Verkaufszahlen eine positive Wende eintreten würde, da man eine sprechend Barbie eingeführt hatte. Auch hatte man die Barbie ein wenig angepasst, so dass es außer der schlanken Barbie nun auch etwas fülligere Barbies gibt. Das hat aber scheinbar nicht so recht geholfen. Im Gegenteil die sprechende Barbie hat noch für Negativschlagzeilen gesorgt.

Jetzt hat man mit Margaret Georgiadis einen neuen CEO. Sie kommt von Google und soll für neue Impulse sorgen. Vielleicht schafft sie es ja tatsächlich, und ich verkaufe genau zum falschen Zeitpunkt, aber ich kann mich nicht so recht überzeugen.

Mir hat außerdem nicht gefallen, dass Barbie neben der Olga im Tedi lag. Gut, war jetzt nicht genau die Olga, aber es reicht, wenn man sieht, dass Barbie in Läden wie Tedi und Penny zu kaufen ist. Das zeigt, wo Barbie gelandet ist. Auf dem Krabbeltisch irgendwelcher Billiganbieter.

Ich habe jedenfalls mit Verlust verkauft und Mattel aus der Liste „Aktien im Fokus“ herausgenommen.

Verkauf: 10.05.2017 St. 250 zu 20,701 EUR = 5.175,25 EUR
(abzgl. Provision 15,95 EUR + Handelsplatzgebühren 4,00 EUR) = 5.155,30 EUR.

Verlust: 7.234,83 (Kauf am 31.01.2014) – 5.155,30 (Verkauf am 10.05.2017) = 2.079,53 EUR

Wie man sieht, kann man an der Börse nicht nur Gewinne, sondern auch Verluste einfahren.

Ich will mit dem Verkauf zeigen, dass es manchmal Situationen gibt, wo es meiner Meinung nach Sinn macht, auch als Langfristinvestor mal zu verkaufen. Im meinem Fall, wenn man sich geirrt hat und die Zahlen offensichtlich auch noch nach drei Jahren gegen einen sprechen.

John Neff meinte ja:
„Eine ganze Menge Leute halten eine Aktie zu lange. Es gibt Ihnen ein kuscheliges Gefühl, insbesondere dann, wenn Sie eine Haltung als Contrarian einnehmen können und sich das mal bewehrt hat. Wenn sie  verkaufen würden, würden sie damit aber das Recht auf Prahlerei verlieren.“

P.S.:
Das den Spielemacher generell scheinbar nichts gescheites mehr einfällt hat mir ein Trip bei youtube gezeigt. Ich wollte wissen, was Kinder heutzutage so spielen und bin auf einen Kanal bei youtube gestoßen, wo eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter die neuesten Spiele vorstellt. Furzen und Kacke auf’m Kopp. Sind die alle Panne?

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Kommentare
  1. Joerg sagt:

    Den Verkauf von Mattel kann ich nachvollziehen. Auch für mich hat die Marke nicht mehr die Strahlkraft, die sie noch hatte als ich klein war und Barbie so etwas wie ein Mercedes war. Die Financial Results Q1 2017 bestätigen das leider, da der Umsatz in den Kernmärkten Nordamerika und Europa rückläufig ist. Begründet wird das mit „retail inventory overhang“, was man ganz frei auch übersetzen könnte mit „die Produkte werden nicht mehr so wie früher gekauft“. Da hilft der leichte Aufschwung in Lateinamerika und Asien auch nicht. Eventuell ist die Nachricht „Barbie ist nicht mehr hipp“ hier noch nicht angekommen? Sei es drum, Mattel ist nicht nur Barbie, sondern eben auch Bob der Baumeister (alle Kinder in der Nachbarschaft lieben den) und Fisher-Price und Nickelodeon usw. Daher werde ich mit meinem Investment wohl noch etwas abwarten mit der Hoffnung, dass Margaret Georgiadis den Turn-Around schafft. Die Zukunft wird es uns berichten.

    • ZaVodou sagt:

      Ich weiß, dass Mattel nicht nur die Barbie produziert. U.a. produziert man auch noch die Hot-Wheels-Autos. Die habe ich u. a. bei REWE gesehen, aber auch wieder bei Tedi.
      Barbie ist aber das Flaggschiff von Mattel und meiner Meinung nach die bekannteste Marke von Mattel. Eine so starke Marke, dass manche Frauen so aussehen wollen wie Barbie und auch Pop-Songs darüber geschrieben werden, weswegen ich mich bei meinem Kommentar hauptsächlich auf Barbie eingeschossen habe. Ich dachte, dass das Management das irgendwie wieder hinbekommt den Absatz zu forcieren oder eben mit neuen Produkten kommt, die eine Kehrtwende erzeugen. Die sprechende Barbie fand ich eine ganz gute Idee, weswegen ich die Verkaufszahlen des Weihnachtsgeschäfts noch mal abgewartet habe.
      Vielleicht kann Frau Georgiadis das schaffen, was die CEOs vor ihr nicht geschafft haben. Nur daran glauben kann ich nicht so recht. Eine gut Einstiegschance könnte es geben, wenn die Dividende tatsächlich gekürzt wird. Ich würde aber erst mal bessere Zahlen sehen wollen.

  2. Ricardo sagt:

    Da kannst du doch stattdessen Hasbro ins Depot legen.

    • ZaVodou sagt:

      Hasbro wäre in der Tat die bessere Wahl gewesen, obwohl ich Mattel für die stärkere Marke hielt.
      Jetzt aber Hasbro kaufen möchte ich auch nicht, weil ich es möglichst vermeide zu Höchstkursen zu kaufen.

  3. Alexander sagt:

    Ich verkaufe auch, wenn es Sinn macht, aber ebenfalls nicht gleich in Panik. Da bin ich voll bei dir.

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