Schleichend verschwindet das Bargeld – Wer profitiert davon?

Veröffentlicht: 1. Februar 2017 in Videos
Schlagwörter:, , , , , , , ,

Unter o. g. Titel gab es gestern bei Report Mainz im ARD diese Reportage zu sehen.

Link

Am Beispiel Schweden wurde gezeigt, wie das bargeldlose Bezahlen in Deutschland zukünftig ablaufen könnte.

Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden und werden immer vielfältiger.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Bargeld müsse gezählt, bewacht und transportiert werden und das sei teuer!“ heißt es in einem Originalzitat aus der Reportage.
„Der bargeldlose Zahlungsverkehr ist für das Bezirksamt einfach kostengünstiger“ so ein anderes Originalzitat von Ronald Schäfer, dem Leiter Bürgerämter Berlin Mitte, einer Behörde, die schon jetzt nur elektronische Zahlungen akzeptiert.

Der ehemalige bayrische Finanzminister Erwin Huber meint: „Es wird, wie im Laufe der Geschichte, das Salz und das Gold durch das Papiergeld abgelöst worden ist, wird das elektronische Geld sehr viel deutlicher im Vormarsch sein. Und ich möchte nur, dass Deutschland auch mit in dieser Entwicklung mit vorne dabei ist!“.

Die Richtung scheint klar. Immer weiter weg vom Bargeld in Richtung elektronisches Geld.

Wie positioniert man sich aber als Investor am besten, wenn man das kommen sieht?

Ich fand die Zahlen von Wincor Nixdorf mal ganz interessant. Bargeldautomaten waren auch überall zu sehen. Der Bargeldautomat ersetzt den teuren Kassierer und ist rund um die Uhr einsetzbar. Rentieren sich also für die Banken. Die Bargeldautomaten müssen repariert oder durch neue ersetzt werden. Also wohl kein all zu schlechtes Geschäftsmodell.
Mittlerweile wurde Wincor Nixdorf ja von Diebold aufgekauft. Bliebe die Frage offen, ob nicht Diebold einen Kauf wert wäre.

Wenn man aber immer mehr vom Bargeld in Richtung eletronisches Geld geht, sehe ich hier jedoch kein zukunftsfähiges Geschäftsmodell, übrigens genauso wie bei Firmen, die mit Werttransporten zu tun haben.

Das zukunftsfähigere Geschäftsmodell sollte jedenfalls eher bei Zahlungsabwickler wie Visa und Mastercard liegen, wenn immer mehr vom Bargeld zum bargeldlosen Zahlen übergegangen wird.

 

Advertisements
Kommentare
  1. Hallo ZaVodou,
    Mit dem bargeldlosen Zahlen hast Du ganz sicher einen Mega-Trend identifiziert – allerdings ist er in Deutschland und Österreich noch lange nicht so ausgeprägt wie in vielen anderen Westeuropäischen Länderun und den USA.
    Hierzulande bestehen noch oft Bedenken, die in Richtung Sicherheit und Anonymität des Zahlungsverkehrs gehen.
    Weiterführend verweise ich auf folgenden Artikel: https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/09/15/bargeld-oder-elektronische-geldboerse/
    Glaubst Du, dass diese Skepsis in Deutschland die von Dir aufgezeigte Investment-Story schädigen könnte?
    Viele Grüße,
    FF

    • ZaVodou sagt:

      Hallo FF,
      ich denke, dass man die Skepsis ganz schnell lösen kann indem man bei bargeldlosem Bezahlen einen Rabatt von x % auf seinen Einkauf erhält.
      Problem ist ja noch, dass das bargeldlose Bezahlen länger dauert, wenn man den reinen Kauf betrachtet.
      Das hinterher Kassensturz gemacht werden muss, also das Geld gezählt, gebündelt bzw. in Münzrollen verpackt und dann noch zur Bank gebracht werden muss, die es wiederum zählen muss. Das sieht der Kunde nicht. Ist ja nicht seine Zeit.
      Mit der NFC-Technologie arbeitet man daran, dass auch kleinere Summen schnell bezahlt werden können. Mit dem Vorteil, dass kein Geld mehr gezählt und Transportiert werden muss. Von Überfällen mal ganz abgesehen. Auch das Manko wäre für den Kassierer Schnee von gestern.
      Ich denke, dass das wirtschaftichen Vorteile überwiegen und sich deshalb im Laufe der Zeit das bargeldlose Bezahlen durchsetzen wird. Mit einem kleinen Rabatt bei bargeldloser Zahlung werden auch viele kritische Kunden schnell überzeugt werden.
      Die Frage ist halt, was sich da durchsetzen wird. Der Vorteil einer Kreditkarte besteht darin, dass man auch Zahlungen ins Ausland dadurch schnell tätigen kann.
      Wer sich jetzt Marktanteile sichern kann ist vorne mit dabei und da haben Visa und Mastercard die Nase vorn. Danach geht es um den Preis. Und hier ist die Frage, ob Pay-Pal, Apple-Pay und wie sie alle heißen mögen in den Markt eindrigengen können, wenn Visa und Mastercard schon milliarden von Zahlungen abwickeln? Warum sollte man Wechseln? Im Notall geht man mit den Preisen runter. Was meiner Meinung nach auch kommen wird. Dann gehen die Margen nach unten durch die größere Akzeptanz könnte dies aber everntuell aufgefangen werden.

  2. frechdaxxxx sagt:

    Das Problem mit den erwarteten Gewinnsteigerungen ist, dass diese Kennzahl sehr ungewiss ist und Fehleinschätzungen hier zu massiven Kursreaktionen führen.

    In dem Buch von Nicolas Schmidlin: Unternehmensbewertung und Kennzahlen-Analyse wird eine Methode der Unternehmensbewertung vorgestellt. Neben den Zukunftsaussichten fließen die Rentabilität, die finanzielle Stabilität und die Marktposition ein. Es heißt Faires Kurs-Gewinn-Verhältnis. Ich will das mal auf VISA anwenden.

    Ausgangspunkt ist ein Sockel-KGV von 8.

    Zum Geschäftsende 2015/2016 weist das Unternehmen eine Eigenkapitalquote von von 51,39% aus. Die dynamische Verschuldung (Verschuldung/Cash Flow) liegt bei 558%. Das Verhältnis kurzfristige Verbindlichkeit zu kurzfristigen Liquidität liegt bei 1. Diese Werte sind ansich solide, es fällt aber auf, dass die Verschuldung im Vergleich zu den vorherigen Jahren deutlich zugenommen. Leider kenne ich den Grund dafür nicht. Trotzdem würde ich Visa auf die finanzielle Stabilität einen KGV-Zuschlag von 1,5 (von max. 2) geben.

    Jetzt kommt die qualitative Analyse des Geschäftsmodells nach dem 5-Kräfte-Modell nach Porter.
    Verhandlungsmacht der Zulieferer: nich vorhanden (5 Punkte)
    Verhandlungsmacht der Kunden: Visa hat hier eine starke Stellung und eine guten Ruf bei den Kunden. Bei besseren Angeboten oder bei mehr Einfachheit wären aber viele Kunden bereit zum Wechsel. Deshalb 2,5 von 5 Punkten
    Gefahr von neuen Wettbewerbern: sehr hoch. Apple Pay, Paypal, etc. (0 Punkte)
    Wettbewerb unter bestehenden Prodzuenten: mittel bis hoch (2,5 Punkte)
    Bedrohung durch Ersatzprodukte: niedrig, weil es keine Alternative zur Bezahlung gibt (5 Punkte).
    Ingesamt 15 Porter-Punkte. Macht einen KGV Zuschlag von 3.

    Die Rentabilität von VISA ist leicht überdurchschnittlich. Die Eigenkapitalrendite liegt um die 20% in den letzten 5 Jahren. Das ergibt eine KGV Zuschlag von 1,5

    Bei Wachstums des Unternehmens übernehme ich Deine Einschätzung von 13-15% järhlich in den nächsten 5 Jahren. Das ergibt einen KGV-Aufschlag von 3,5.

    Es ergibt es also nach dieser Rechnung ein faires KGV für VISA von 8+1,5+3+1,5+3,5=17,5

    • ZaVodou sagt:

      Ich kenne diese Herangehensweise von Nicolas Schmidlin nicht. Unter der Annahme, dass Du das richtig angewendet hast, solltest Du folgendes bedenken:
      Visa hat den den Gewinn pro Aktie von 0,14 USD (2008) auf 2,48 USD (2016) gesteigert. Das entspricht einer fantastischen jährlichen Steigerung von über 43 %! Ich bezweifle, ob da ein KGV von 17,5 angebracht ist, wenn man von einer Steigerung des Gewinns von 13-15 % für die nächsten 5 Jahre ausgeht. Mir erscheint das faire KGV jedenfalls als zu gering.

      • frechdaxxxx sagt:

        Ja, ich hatte auch das Gefühl, dass 17,5 zu niedrig sein könnte. Aus zwei Gründen: zum einen sehe ich möglicherweise die Zukunft des Unternehmens, insbesondere die Wettbewerbssituation zu kritisch. Zum anderen muss man das jetztige Nullzinsumfeld berücksichtigen, in der Assets höhere Preise zugestanden werden.
        Andererseits: Visa hat letzte Woche Zahlen vorgelegt, der Gewinn stieg im Jahresvergleich um 7%!

        • ZaVodou sagt:

          Die 7 % siehst Du jetzt positiv oder negativ?

          • frechdaxxxx sagt:

            na ja, wenn man 13-15% Wachstum erwartet und nur 7% realisiert werden? Das finde ich negativ. Auch 2015-2016 gab es sogar einen leichten Gewinnrückgang, obwohl die Bilanzsumme um 20 Milliarden anstieg (das dürfte an der Einverleibung der ViSA Europe gelegen haben). Das heißt die Gewinndynamik der letzten 2 Jahre waren eher schleppend. Ob nun die 13-15% Gewinnsteigerung in den nächsten Jahren erreicht werden können, kann ich leider nicht einschätzen. Du?

            • ZaVodou sagt:

              Warum ist dann der Kurs nach Verkündigung der Zahlen um 3 % nach oben gegangen, wenn „nur“ 7 % Wachstum realisiert wurde?

              • frechdaxxxx sagt:

                Davon rede ich die ganze Zeit. Der manisch-depressive Mr. Market ist im Augenblick in seiner manischen Phase: die Chancen werden überschätzt und die Risiken unterschätzt.

                • ZaVodou sagt:

                  Ich denke, nein. Du musst die Originalmeldung mal nur ein wenig weiter lesen.

                  Was in den Medien meist veröffentlicht wurde war der erste Satz (fett unterlegt), der nächste Satz ist meist schon nicht mehr aufgetaucht:
                  San Francisco, CA, February 2, 2017
                  – Visa Inc. (NYSE: V) today announced financial results for the Company’s fiscal first quarter 2017, ended December 31, 2016.
                  GAAP net income for the quarter was $2.1 billion or $0.86 per share, an increase of 7% and 7%, respectively, over the prior year’s results.
                  Exchange rate shifts versus the prior year negatively impacted earnings per share growth by approximately 3 percentage points.

                  Viel interessanter ist aber der nachfolgende Satz:
                  Excluding a $255 million non -cash, non-operating income item recorded upon the remeasurement of the Visa Europe put option in fiscal first quarter 2016, net income and earnings per share for the fiscal first quarter 2017 increased 23% and 23%, respectively, over the prior year’s adjusted results.
                  Quelle

                  Mit der Vermutung, dass sich das Zahlenmaterial durch die Übernahme von Visa Europe verändert hat, lagst du aber richtig.

  3. frechdaxxxx sagt:

    Visa und Mastercard? Werden deren Geschäfte nicht bedroht durch Paypal, Apple Pay und co?
    Zudem erscheinen mir die Bewertungen unangemessen zu sein in Bezug auf die Wachstumsaussichen.
    Wie wäre es stattdessen mit Ingenico? Leider kenne bin mich in deren Geschäft zu wenig aus, aber dieses Unternehmen hat bekannte Fans, beispielsweise Kaldemorgen von der DWS und Dirk Müller. Von letzterem gibt es im 10. oder 11. Anlegerwebinar (kann man bei Youtube nachhören) Informationen über das Unternehmen und die Kursschwäche in 2016.
    Und die Bilanzzahlen, Renditen, Dividendenentwicklung und die Aktienperformance müssten eingentlich Dein Gefallen finden.
    Ich jedenfalls habe jetzt mal eine kleine Position erworben.

    • ZaVodou sagt:

      Das ist die Frage: Wer kann sich hier den größten Teil vom Kuchen abholen? Link
      Ob die Bewertung unangemessen ist musst Du selber wissen. Ich sehe nur die Wachstumszahlen und die sind sehr gut. Und wenn immer mehr zur bargeldlosen Zahlung übergegangen wird müsste das Wachstum ja noch anhalten.
      Zu Ingenico kann ich nichts sagen. Habe ich jetzt zum ersten mal von gelesen. Die scheinen die Hardware (Terminals) zu liefern, damit die Kreditkarte – egal welchen Anbieters – abgerechnet werden kann. Da kenne ich mich noch weniger aus. Die Zahlen sind ganz gut. Das stimmt. Ist aber französisch und da habe ich schon eine Aversion wegen der franz. Quellensteuer.

      • frechdaxxxx sagt:

        Es mag ein Wachstumsmarkt sein. Aber die vielen Anbieter verheißen meiner Meinung nach nichts gutes für die Renditen. Auch wenn Visa beispielsweise mit Samsung kooperiert, so kann ich mir nicht vorstellen, dass Visa die bisherigen Renditen erzielen kann, weil dies doch zum Teil auf Kosten der bisherigen Kreditkartenbuchungen gehen dürfte.
        Visa und Mastercard haben KGVs von ca.25. Ich glaube, es sind Deine Worte, dass KGVs jenseits der 20 kritisch sind, weil zu viel positive Zukunft in den Kursen enthalten ist. Und da muss sich nur Novo Nordisk ansehen, was passiert wenn es dann mal wieder anders kommt.
        Und denke nur mal an die riesige Verschuldung des privaten Sektors in den USA. Ist es so unwahrscheinlich, dass es dort zu Verwerfungen kommt?
        Ich wünschte, ich wäre wie Du vor ein paar Jahren eingestiegen, aber jetzt setze ich lieber auf Ingenico. Und die französische Quellensteuer ist natürlich ein Schönheitsfehler.

        • ZaVodou sagt:

          Es waren die warnenden Worte von Peter Lynch, dass man KGVs > 20 besser meiden sollte. Das hatte ich bisher immer beherzigt. Mittlerweile würde ich auch KGVs bis 25 akzeptieren, wenn ich dafür hohes Wachstum sehe. Und das sieht man bei Visa und Mastercard.
          Wenn das ausbleibt, das hat Peter Lynch auch geschrieben, geht es ganz schnell bergab mit dem Kurs.
          No Risk, no Fun. Da muss man als Investor durch. Deswegen habe ich auch noch ein paar ganz konservative Aktien aus dem Konsumgüterbereich.
          Bei Ingenico kenne ich mich – wie gesagt – nicht aus. Ich weiß nicht, ob die eine besondere Vormachtstellung in ihrer Branche haben. Aber vielleicht hast Du ja den richtigen Riecher, um am Markt des bargeldlosen Zahlens zu profitieren. Viele Wege führen nach Rom. Die Leser haben jedenfalls einen weiteren Wert, den sie recherchieren können.

          • frechdaxxxx sagt:

            Kurze Vorbemerkung. Ich bin ja ein neuer Teilnehmer und verfasse nun schon den 4. Kommentar heute. Falls das zu viel ist und nervt dann sagt bitte bescheid. Ich finde Deine Seite sehr sehr interessant und hilfreich und wollte da versuchen etwas zurückzugeben. Wenn das nicht klappt, dann bitte ein kurzes offenes Wort.
            Ich stimme Dir voll und ganz zu. Ein KGV von 25 ist für mich auch akzeptabel, wenn z.b. aktuell Facebook seine Gewinne verdoppelt.
            Aber welches Wachstum erwartest Du denn bei Visa und Mastercard? Könntest Du dazu etwas sagen?

            • ZaVodou sagt:

              Ich habe mir Visa und Mastercard schon eine Zeit lang nicht mehr angeschaut. Ich mache es ja so, dass ich mir die Gewinnsteigerungen – ich nehme mal an wenn du von Wachstum sprichst, dass du das Gewinnwachstum meinst – mindestens der letzten 10 Jahre anschaue und vergleiche das mit den der letzten 1,3 und 5 Jahre. Daraus „bastele“ ich mir eine Steigerungsrate. Und schaue mir an, wie das aussieht, wenn ich das auf die nächsten 5 bzw. 10 Jahre per DCF-Rechner hochrechne. Um ein paar Anhaltspunkte für einen „fairen“ Preis zu haben.
              Ich habe mal bei meinem Kauf von Visa nachgeschaut. Damals hatte ich so eine Rechnung noch nicht gemacht. Angeregt zum Kauf hatten mich die Blogeinträge von Tim McAleenan Jr. Ich wollte so einen wachstumsstarken Wert in meinem Depot haben und hatte den Kauf mit Verizon – einem langsam wachsenden Wert jedoch mit hoher Dividendenrendite gebündelt. Tim McAleenan Jr. ging von einem Wachstum von 13-15 % für Visa aus. Und meinte damit würden sich auch KGVs von 25-27 rechnen. Link.
              Ich würde solch hohe Wachstumsraten aber nicht für zu lange Zeiträume (maximal 10 Jahre) ansetzen.
              Ist natürlich alles auch eine Glaubenssache, denn schon nächstes Jahr kann das Gewinnwachstum ganz anders aussehen.
              Bestes Beispiel ist ja jetzt Novo Nordisk, wo selbst der Vorstand, der viel bessere Einblicke in sein Geschäft hat als so ein außenstehender Kleininvestor wie ich – jetzt zum dritten mal innerhalb kürzester Zeit die Zahlen revidiert hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s