K+S eine Bestandsaufnahme

Veröffentlicht: 20. August 2016 in Allgemein
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Ist jetzt K+S billig oder teuer? Es ist jetzt etwas über ein Jahr her, dass der Mitbewerber Potash Corp. K+S für 41,00 EUR je Aktie übernehmen wollte. Der Vorstand von K+S Norbert Steiner tat alles, um die Übernahme abzuwehren und meinte, dass das Angebot nicht den fundamentalen Wert der Aktie widerspiegele, wie viel man denke, dass die Aktie tatsächlich wert sei, ließ Finanzvorstand Lohr jedoch offen. 84 % der Aktionäre lehnten die Übernahme jedenfalls ab.

Warum kostet die Aktie zurzeit dann noch nicht einmal 18 EUR?

Als Aktionär und Miteigentümer hege ich viel Hoffnung auf das Legacy-Projekt, also die Kalimine in Kanada. Durch einen Unfall kann dort nicht schon – wie geplant – Ende 2016 Kali produziert werden, sondern erst im zweiten Quartal 2017.

Ich habe heute mal nachgerechnet, was nur alleine das Legacy-Projekt pro Aktie wert ist.

Man hat das Legacy-Projekt mit 4,1 Mrd. CAD budgetiert. 90 % wurden bereits verbraucht.

4,1 Mrd. CAD sind stand heute ungefähr 2,82 Mrd. EUR.

K+S hat 191,4 Mill. Aktien.

2,82 Mrd. EUR : 191,4 Mill. Aktien = 14,73 EUR.

Alleine die Kosten für das Legacy-Projekt würden also bei ca. 15 EUR liegen.

Der Wert der Mine alleine wird hier vom Vorstand Norbert Steiner mit 21 EUR beziffert.

Der Kurs liegt bei 17,66 EUR (Stand 20.08.2016). Stand heute würde man das jetzige Kali- und Salzgeschäft quasi umsonst zur Legacy-Mine dazubekommen, wenn man den Wert der Legacy-Mine von Vorstand Norbert Steinert Glauben schenkt. Hier wird der Wert von 21 EUR etwas relativiert, denn dort heisst es: „… mit Blick auf die künftigen Erträge kommen wir auf Werte von bis zu 21 Euro je Aktie“.

K+S also ein Schnäppchen? Nicht ganz.

Alles hängt vom Kalipreis ab
Die Kosten pro Tonne Kali sollen bei der Legacy-Mine bei 225-255 USD pro Tonne liegen. Die reinen Herstellungskosten werden hier bei 151 USD pro Tonne angegeben, wobei Rivale Potash Corp. für 121 USD pro Tonne herstellt.

Der Preis je Tonne liegt augenblicklich jedoch bei 228 USD.

Zukünftig soll sich der Preis je Tonne laut Credit Suisse wie folgt entwickeln:
2016 = 250 USD
2017 = 225 USD
2018 = 220 USD

Die am Markt zu erzielenden Preise würden selbst bei der Legacy-Mine nicht die Kosten decken.

Die Kalipreise müssten also stärker steigen und danach sieht es momentan nicht aus. Eher das Gegenteil ist der Fall, wenn man den Prognosen der Credit Suisse Glauben schenkt.

Ich denke, das erklärt einigermaßen die Sachlage und warum der Kurs dort steht, wo er momentan steht.

P.S. (22.08.2016):
Weil mich die Antworten doch überrascht haben, noch mal ein paar Ausführungen.

Ich zitier mal aus den News von K+S vom 11.08.2016:
„K+S prognostiziert für das Geschäftsjahr 2016 ein EBITDA zwischen 500 und 600 Mio. € (2015: 1,1 Mrd. €) sowie ein EBIT I zwischen 200 und 300 Mio. €. (2015: 782 Mio. €)“

Auf das EBIT I bezogen wäre das Pi mal Daumen eine Drittlung. Auf Gewinn und Dividende heruntergerechnet würde sich dann folgendes Bild ergeben:
Gewinn 2015 = 2,83 EUR -> Gewinn 2016 = 0,94 EUR
Dividende für 2015 = 1,15 EUR -> Dividende für 2016 = 0,40 EUR

Sind das positive Aussichten?

Mittelfristige Prognose:
„Trotz der zahlreichen Herausforderungen im laufenden Jahr bleibt K+S optimistisch, das Ziel eines Konzern-EBITDA von rund 1,6 Mrd. € im Jahr 2020 erreichen zu können (2015: 1,1 Mrd. €)….
eine Rückkehr zu einem Kalipreisniveau, wie es im Sommer 2015 zum Zeitpunkt der Prognoseerstellung vorherrschte, sowie das Erreichen der erwähnten Ziele der „Salz 2020“-Strategie unterstellt.“

Wo war der Kalipreis Juli 2015?
Bei um die 300 USD/Tonne. Ausblick siehe oben (Prognose Suisse Credit).
Bei Marktpreisen von zurzeit 225 USD/t und voraussichtlichen Produktionskosten von 225-255 USD/t bei der günstiger produzierenden Legacy-Mine.

Ist das ein solides Geschäftsmodell? So erzielt man doch keine Gewinne, zumindest mittelfristig nicht, wenn ich zu Produktionskosten meine Ware verkaufen muss.

 

 

 

 

 

 

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Kommentare
  1. Ich habe K+S auch schon länger im Depot und momentan wenig Spaß daran. Langfristig halte ich das Geschäftsmodell aber solide und bleibe deshalb dabei.

  2. plutusandme sagt:

    Die Zahlen sehen dort gut aus. Aber…da dieses Unternehmen den salzhaltigen Abraum verklappen möchte ( salopp gesprochen ) und lieber Bäche und Flüsse durch Versalsung eine neue Struktur geben möchte, nehmen wir von einem Direktinvestment abstand. ( In einigen Fonds ist dieser Wert dennoch enthalten ). Damit können wir uns, trotz der interessanten Zahlen , nicht identifizieren.

    • So einfach ist es ja leider oft nicht: Ich gebe dir recht, dass eine Versalzung von Flüssen grundsätzlich ein Problem ist! Aber die K+S Produkte sind m.M.n. durchaus gesellschaftlich sinnvoll, da Düngemittel z.B. einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung der Landwirtschaft bedeuten. Was soll also mit dem Abraum geschehen? Die Diskussion lässt sich im größeren Rahmen auf die gesamte Chemieindustrie übertragen: Welche Nebenprodukte u.ä. ist man bereit, in Kauf zu nehmen um von den positiven Effekten zu profitieren? Eine differenzierte Betrachtung findet man in sehr vielen Einzelfällen leider selten.
      Gruß
      Jonas

  3. Bei K + S gab es zuletzt eine leichte Gewinn- und Umsatzsteigerung. Der Kurs hingegen ist fallend. Der KBV und der KGV sehen gut aus und es gibt eine solide Eigenkapitalquote. Für mich stehen die Zeichen auf Kauf.

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