Der Finanzrocker zur Dividendenstrategie

Veröffentlicht: 9. Juni 2016 in Allgemein
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Ab und an schau ich mal, was andere Blogger so in der Finanzszene schreiben. Gestern bin ich mal wieder seit langem auf der Seite des Finanzrockers gelandet.

Ich habe mir ein paar Podcasts angehört:

Podcast mit der Bloggerin Frau Zaster von Sauerkraut & Zaster. Einer 27-jährigen Mathematikerin.

Podcast mit Jessica Schwarzer. Einer Journalistin, die für das Handelsblatt schreibt und mehrere Finanzbücher geschrieben hat.

Interessant fand ich, dass beide, obwohl sie sich für die Börse sehr interessieren, sich doch dazu entschieden haben mehr oder weniger in ETFs anzulegen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich halte Indexfonds und ETFs grundsätzlich für eine gute Sache. Vor allem für diejenigen, die sich nicht größer mit dem Thema Börse beschäftigen wollen, weil sie andere Hobbies haben und sich was schöneres in ihrem Leben Vorstellen können, als sich mit Finanzzahlen und Geschäftsberichten zu beschäftigen.

Die Interviews sind alle recht kurzweilig und die mitwirkenden Personen klingen alle recht sympathisch. Also hört Euch das ruhig mal an.

Das erste Podcast, dass ich hörte, war jedoch das Podcast Der Finanzwesir rockt – Aktiv Handeln.

Diese Reihe (Der Finanzwesir rockt) ist ganz nett gemacht. Mir gefällt das Intro ganz gut. Harte Gitarrenriffs (Finanzrocker) zu Anfang, die dann in einer Art Sitarmusik (Finanzwesir) enden.

Hier werfen sich die beiden sehr sympatisch klingenden Moderatoren Finanzwesir und Finanzrocker zum Thema „Aktiv handeln – ja oder nein“ gegenseitig die Bälle zu. Der Eine (Finanzwesir) legt komplett passiv an der Andere (Finanzrocker) dagegen passiv und aktiv.

Hellhörig wurde ich natürlich ganz zu Anfang des Podcasts als es um die Dividendenstrategie ging.

Der Finanzwesir betrieb mal 3-4 Jahre lang die Strategie Dog of the Dow und ist damit wohl nicht sehr erfolgreich gewesen.

Dog of the Dow ist keine Dividendestrategie wie ich sie hier und auch viele andere Dividendenblogger, wie DividendMantra oder der DividendGrowthInvestor propagiere. Allein deshalb schon nicht, weil bei dieser Strategie im jährlichen Turnus die Aktien ausgetauscht werden. Das erfordert zu hohe Transaktionskosten. Im Extremfall bedeutet das nämlich jährlich 10 Verkäufe und 10 Käufe. Ich plädiere dagegen für ein weitestgehendes Kaufen-und-Halten. Außerdem ist das dahinterstehende Geschäftsmodel bei dieser „Dividendenstrategie“ völlig egal. Gekauft werden lediglich die Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aus einem gewissen Index.

Die Erkenntnis, dass Dividendeninvestoren Firmen vor allem mit hoher Dividendenrendite kaufen macht aber auch vor dem Finanzrocker nicht halt. Er sagt, dass die Dividendenstrategie darin besteht ein festes (monatliches) Einkommen zu erzielen (das ist richtig) und man deshalb nach Firmen mit hoher Dividendenrendite bzw. nach Firmen mit einer Dividendenrendite über dem Normal Ausschau hält.

Lasst Euch so was nicht erzählen. Es geht nicht darum, dass die Dividendenrendite möglichst hoch oder über dem Marktdurchschnitt liegen soll.

  • Die Dividende sollte möglichst sicher sein. Deshalb die Dividendenhistorie beachten. Hat das Unternehmen mindestens in den letzten 10 Jahren eine kontinuierliche, möglichst steigende Dividende gezahlt. Hier ist gestern ein Artikel mit 18 Firmen erschienen, die seit über 50 Jahren eine steigende Dividende zahlen.
  • Ist die Dividende durch Gewinne/Free-Cash-Flow gedeckt?
  • Dividende ist immer im Verhältnis zum Wachstum zu sehen, so dass man auch Unternehmen mit einer niedrigen Dividendenrendite kaufen kann, wenn das Wachstum dementsprechend hoch ist.

Ich hoffe, dass hier oft genug deutlich gemacht zu haben.

Genau so, wie eine hohe Dividendenrendite mit niedrigem Wachstum nicht schlecht sein muss. Wichtig ist, dass die Renditeziele erreicht werden. In meinem Fall in 20 Jahren mit den gezahlten Dividenden brutto den Einstandpreis wieder draußen zu haben.

Das Ganze kann man statt mit Dividenden auch mit den Gewinnen machen. Hier würde ich schauen, dass ich meinen Einsatz mindestens nach 12 Jahren wieder draußen habe.

Problem wird hierbei aber immer sein, das Wachstum einigermaßen abzuschätzen, weswegen nicht alle Aktien für einen Dividendeninvestor geeignet sind. Zykliker sind da besonders schlecht geeignet, wie ich bei BHP Billiton erfahren konnte.

Ziel sollte es aber sein für Wachstum nicht zu viel zu bezahlen und das Wachstum nicht all zu rosig abzuschätzen. Alles immer schön konservativ.

Warten! Die nächste Straßenbahn kommt bestimmt.

 

 

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Kommentare
  1. Marco sagt:

    Hallo ZaVodou,

    die Tatsache, dass einige ETF-Verfechter meinen, Dividendenstrategien zielten hauptsächlich auf möglichst hohe Renditen ab, hat mich schon bei zendepot gestört.

    Nichtsdestotrotz halte ich ETFs auch für geeignete Anlagevehikel. So spiele ich immer mal wieder mit dem Gedanken Small Caps darüber abzubilden.

    Auch wenn ich mich viel mit Unternehmen beschäftige, so empfinde ich mich dennoch als sehr passiven Anleger. Buy-and-hold macht es möglich.

    Genauer gesagt ist ja eigentlich Buy-and-hold das, was ETF-Anleger so erfolgreich machen kann.
    Wenn diese aber genauso hin- und herhandeln, dann wird das mit dem langfristigen Glück vermutlich auch nichts.

    Also: keep calm and buy stocks or etfs or both. 😉

    Gruß,
    Marco

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Marco,
      ich wollte das nur mal klar stellen. Mich hat eher die Aussage verwundert, da dieser Podcast ja neueren Datums ist.
      Ich dachte, dass es mittlerweile klar ist, dass es beim Dividendinvesting eben nicht um hohe Dividenden geht.

      Ahoj
      ZaVodou

  2. Alexander sagt:

    Gut Geschrieben. Ich schaue, dass ich innerhalb von 10 – 15 Jahren eine zweistellige Rendite auf mein Investment bekomme. Ob hohe Dividende und geringe Steigerungsrate oder eben umgekehrt ist nicht so wichtig. Am Ende muss es passen.

    • ZaVodou sagt:

      Danke, Alexander. Mit zweistelliger Rendite meinst Du aber Kurssteigerung + Dividende, oder?
      Ich konzentriere mich mehr auf die Dividende. Das ist bares Geld, das in meine Taschen fließt. Wenn ich diese einigermaßen gut abschätz,e ist für mich alles in Ordnung, egal, wie der Markt die Aktie bewertet.

      • Alexander sagt:

        Mit zweistelliger Rendite meine ich die Dividende in 10 bis 15 Jahren, d. h. ich kaufe heute für z. B. 3 % und die Steigerung liegt bei 10 %/Jahr, dann hätte ich 3 x 1,1^15 = 12,5 % Rendite auf die Erstanlage. Kurssteigerungen sind eigentlich unwichtig, da ich die Erträge zum Leben heranziehen will und das Kapital nach Möglichkeit nicht angegriffen werden soll.

        • ZaVodou sagt:

          O.K. verstanden. Du sprichst von YOC (Yield-on-Cost), den Du in 10-15 Jahren zweistellig sehen willst. Bedeutet aber auch, dass Du voll auf Wachstum setzt. Ich fahre eher eine Mischung.
          10 % Dividendenwachstum auf 15 Jahre ist schon recht ambitioniert. 15 Jahre ist eine lange Zeit. Ich versuche das Wachstum nicht all zu hoch anzusetzen.

          Ahoj
          ZaVodou

          • Alexander sagt:

            Richtig, YoC.
            Ich fahre da aber auch eine Mischung. Etablierte Standartwerte haben kein so hohes Wachstum mehr, dafür liegt die „Startrendite“ meist etwas höher. Die „jüngeren“ Dividendenzahler halten Wachstumsraten noch einige Zeit von 15% bis 20% durch, was aber mit zunehmenden Alter weniger wird. Die Mischung macht´s. Wenn es etwas weniger wird, kann ich damit auch leben, Hauptsache ich habe mein Ziel von 1.500 € netto pro Monat bis zur Rente erreicht.

            • ZaVodou sagt:

              1.500 Euro netto monatliche Dividende + volle Rente + eigenes Haus. Da wird’s Dir ja mal richtig gut gehen. Sind dann bei Dir aber dann noch so 15 Jahre.
              Ich backe da kleinere Brötchen. Ich wollte hauptsächlich aus dem Hamsterrad raus und frei sein. Ahoj

              • Alexander sagt:

                Mir wird es dann sehr gut gehen, ganz klar. Dem Hamsterrad entkommen kann ich nicht mehr. Das habe ich mir durchgerechnet. Aber mit 63 aufhören geht auch, dann muss ich ben den Gürtel am Anfang etwas enger schnallen. Aber mit meinem Job halte ich die 12,7 Jahre noch ganz gut durch 😉

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