Warum ich bei den großen Ölfirmen noch nicht nachkaufe

Veröffentlicht: 17. Januar 2016 in Allgemein
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Es sagt sich so leicht: „Wenn die Kurse fallen, kaufe ich nach“. Wenn es aber so weit ist, dann stellt man fest, dass die Kurse nicht so ganz ohne Grund gefallen sind. Das war mir aber von Anfang an klar. Dafür bin ich schon zu lange dabei. So auch dieses mal.

Zurzeit überschlagen sich die Meldungen der Analysten bezüglich des Ölpreises. Erst waren es 20 USD für einen Barrel, dann 10 USD. Neuerdings ist sogar von Null USD die Rede.

Solche Szenarien sind meist ein guter Einstiegszeitpunkt. Nämlich dann, wenn irgendetwas besonders schwarz gesehen wird. Und kann man sich etwas schlechteres als Miteigentümer vorstellen, denn nichts anderes ist man als Aktionär,  als einen Preis von Null für seine Ware?

Trotzdem mache ich es mir nicht ganz so leicht. Ich schaue mir ganz gerne an,was die Großen der Zunft machen. Das Internet hat den Markt für den Kleinanleger zwar etwas transparenter gemacht, so kommt man relativ schnell an veröffentlichte Zahlen der Unternehmen heran und ich kann mich mit dem ein oder anderen vielleicht auch etwas versierteren Hobbyanleger austauschen. Die Großen kommen aber nach wie vor an Informationen von Leuten ganz anderen Kalibers.

Mich hatte schon erstaunt, dass Warren Buffett seine Position in Exxon im vierten Quartal 2014 verkauft hatte. Sah aber keine Veranlassung es ihm gleich zu tun, da ich ein Kaufen-und-Halten betreiben will. In Extremsituaionen würde ich allerdings auch verkaufen.

Diese Woche war bei Wallstreet-Online zu lesen, dass Warren Buffett seine Position in Phillips 66 vergrößert hat. 2,5 Millionen Aktien zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 77,22 USD und man mutmaßte, dass der Altmeister wohl mit einem steigenden Ölpreis rechnet.

Ich sehe das allerdings vollkommen anders. Phillips 66 spaltete man 2012 von ConocoPhillips ab. Damals sah die Öllandschaft allerdings noch vollkommen anders aus. Phillips 66 ist im Down- und Midstream bereich tätig und betreibt Erdölraffinerien und ein Tankstellennetz, während ConocoPhillips im Upstreambereich (Erdölförderung) tätig ist. Damals war es so, dass das Geld im Upstreambereich verdient wurde und der Downstreambereich eher hinderlich war, so dass sich ConocoPhillips zur Aufspaltung entschloss, um den wahren Wert von ConocoPhillips ohne den Downstreambereich zu heben.

Dieser Schritt macht ihen jetzt zu schaffen, weil sich die Situation um 180 Grad gedreht hat. Die großen Profiteure eines niedrigen Ölpreises sind nämlich Raffineriebetreiber wie Phillips 66. Das ist auch der Grund, warum die großen Vier (BP, Shell, Exxon und Chevron), die ihren Downstreambereich beibehalten haben nicht ganz so schlecht dastehen wie ConocoPhillips, die bereits rote Zahlen schreiben, während die anderen noch Gewinne machen.

Zurück zu Buffett. Er behauptet ja, dass er sich an Phillips 66 beteiligt hat, weil er das Management so toll findet. Das mag vielleicht sein, aber ein weiterer Grund dürfte sein, weil Phillips 66 ein Profiteur des niedrigen Ölpreises ist und ganz gute Gewinne machen wird. Das ist jedenfalls der Grund, warum ich denke, dass Buffett nicht von einem steigenden Ölpreis für die nächste Zeit ausgeht, sonst hätte er Exxon und nicht Phillips 66  gekauft.

Das ist jedenfalls der Grund, warum ich meine Positionen bei den großen Ölplayern noch nicht aufstocke. Ich halte das für zu früh. Verkaufen mag ich allerdings auch nicht mehr. ConocoPhillps würde ich jedenfalls omentan ganz meiden.

Natürlich wirft der niedrige Ölpreis die Frage auf, welche börsennotierte Unternehmen außer Phillips 66 noch vom fallenden Ölpreis profitieren.

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Kommentare
  1. Alexander sagt:

    Sehe ich genauso. Ich habe eine kleine Position ConocoPhillips im Depot. Verkaufen werde ich die nicht. Ich denke, 2016 wird sich an der Ölpreisfront nicht viel tun, sollten sich die Ölpreise 2017 oder 2018 erholen, dann lege ich bei COP nach. Ich würde aber heute nicht darauf wetten, dass ich die Firma nicht langfristig abstoße, auch wenn ich sonst ebenfalls „auf ewig“ halte.

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