Die Essays von Warren Buffett

Veröffentlicht: 9. August 2015 in Warren Buffett
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Ich lese gerade zum zweiten mal „Die Essays von Warren Buffett – Das Buch für Investoren“ in der deutschen Übersetzung. Von Zeit u Zeit lese ich immer mal wieder eines meiner vielen Bücher von neuem.
Vieles hat man zwar gelesen und zur Kenntnis genommen, aber auch wieder vergessen, verdrängt, für unwichtig erachtet oder liest es mit „anderen“ Augen, weswegen ich Bücher gern öfter durchlese.

Bei den Essays von Warren Buffett handelt es sich um ausgewählte Passagen aus den Briefen von Warren Buffett an seine (Berkshire-Hathaway)Aktionäre.

Wer nicht desillusioniert werden möchte, sollte dieses Buch am besten erst gar nicht lesen. Zeigt es doch, wie unwissend man eigentlich ist. Zumindest mir ging es so.

Ausschlaggebend waren vor allem die Passagen über die Rechnungslegung und wie widersinnig diese sind. Wie sich das auf den Gewinn auswirkt bzw. das dieser nicht voll ausgewiesen werden darf, weil es z. B. ein Unterschied in der Rechnungslegung ist, ob man eine Firma ganz oder nur zu Teilen besitzt. Und, ob man mehr als 50 % oder nur 10 oder 20 % besitzt. Dabei sollte es doch völlig egal sein, ob man nun 100%, 50%, 20% oder nur 0,0001% an einer Firma hält.
Buffett legt zwar ihre Widersinnigkeit auf, meinte, zur Ehrenrettung der bestehenden Buchhaltungsregeln, dass er selbst keine anderen Aufstellen wolle.

Die Krone setzte dem Ganzen noch eine Satire auf die Regeln der Rechnungslegung von Benjamin Graham aus dem Jahre 1936 auf, wo er den Verlust eines Stahlwerks von 2,76 USD in einen Gewinn von 49,80 USD pro Aktie wandelte.

Buffett meint dazu, dass es leider immer wieder zu solchen Auswüchsen ähnlich derjenigen von Benjamin Grahams Satire kommt, wo es zu einer allzu phantasiereichen Auslegungen in den Finanzberichten großer amerikanischer Unternehmen kam, die aber von Wirtschaftsprüfern mit bekannten Namen als ordungsgemäß abgezeichnet wurden.

Dazu noch ein Zitat von Buffett: Der Begriff „Gewinn“ klingt nach Geanauigkeit. Und wenn eine Gewinnahl von der Bestätigung eines unqualifizierten Wirtschaftsprüfers begleitet wird, dann mag ein naiver Leser denken, dass sie in ihrer Genauigkeit mit der Zahl Pi vergleichbar ist, … In der Realität kann der Gewinn formbar wie Glaserkitt sein, wenn ein Scharlatan das Unternehmen führt, das ihn ausweist. Am Ende wird die Wahrheit ans Licht kommen, aber in der Zwischeneit kann eine Menge Geld dem Besitzer wechseln. In der Tat wurden einige bedeutende amerikanische Vermögen dadurch geschaffen, dass Fata Morganas der Rechnungslegung in Geld verwandelt wurden.

Was soll ich als Normalo von dem ganzen Zahlenmaterial also halten, wenn noch nicht mal namhafte Wirtschaftsprüfer Schmuh feststellen können und was sagt der Gewinn aus, wenn er formbar wie Glaserkitt ist?

Schon alles sehr ernüchternd, wenn man bedenkt, dass Viele (auch ich) die Gewinne irgendwie hochrechnen, um zu entscheiden, ob man einen guten oder zumindest fairen Preis bezahlt und was für ein Tam-Tam gemacht wird, wenn mal ein Quartalsgewinn um wenige Cent von den Erwartungen abweicht.

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