Wird der Euro gegenüber dem USD eher steigen oder fallen?

Veröffentlicht: 22. Juni 2015 in Shoutbox
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Ich habe schon von einigen Kleinanlegern gelesen, dass sie davon ausgehen, dass der Euro gegenüber dem USD weiter steigt. Ich weiß zwar nicht warum sie dieser Meinung sind, vielleicht, weil sie davon ausgehen, dass sich die Lage in Griechenland beruhigt.

Ich halte den momentanen Anstieg des Euros gegenüber dem Dollar jedoch nur für eine vorübergehende Sache  und  schließe mich dagegen eher der Meinung von Pimco-Chef Bosomworth an, der da in einem Interview mit der FAZ meinte:

Denn wir gehen davon aus, dass sich der Anstieg des Dollars gegenüber dem Euro fortsetzen wird, weil in Amerika die Zinsen stärker steigen als in Europa.

Noch steigen weder in den USA noch in Europa die Zinsen. Man geht jedoch davon aus, dass im Laufe des Jahres in den USA die Zinsen angehoben werden. In Europa wird die EZB dagegen weiter Staatsanleihen von finanziell schwachen EU-Staaten (außer Griechenland) aufkaufen und die Zinsen weiter niedrig halten.

Da steigende Zinsen zu einem Erstarken der Währung führen, ist meinem Verständnis nach davon auszugehen, dass der USD gegenüber dem Euro eher steigt statt fällt..

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Kommentare
  1. Ric sagt:

    Ich denke, dass der EUR mittelfristig noch etwas sinkt. In ca. 10 Jahren denke ich, dass der EUR wieder etwas höher steht.
    Aber, um mal Klartext zu sagen: Ich weiß es nicht! Genauso wie niemand anderes den Kurs wirklich voraussagen kann.
    Unter den aktuellen Bedingungen versuche ich meine Investitionen eher nach Deutschland (BASF, Fielmann, Münch Re) Holland (Royal Dutch Shell, Unilever) und England (British American Tobacco, Reckitt Benckiser) zu lenken. Wenn der Euro wieder steigen sollte, dann Investiere ich auch wieder vermehrt in Amerika, wo ich in Summe potentere Firmen sehe.

    Gruß

    • ZaVodou sagt:

      Interessant. Ich mach es genau umgekehrt. Meine lezten Investitionen waren Investitionen in Firmen (Union Pacific, Omega Healthcare Investors), die hauptsächlich ihr Geld in den USA generieren, also nicht exportieren, weil ich mir sage, wenn der USD gegenüber dem Euro weiter steigt, müssen auch die Dividenden in Euro gerechnet steigen. Zumindest für die nächsten paar Jahre.

  2. Der Dollar wird tendenziell weiter steigen, der Euro fallen. Allerdings nicht linear, sondern unter Schwankungen. Du hast die entscheidenden Gründe genannt – der eine Grund, der für eine Euro-Stärke spricht, sind die Direktinvestments der Amerikaner. Da der Dollar zur Stärke neigt, sind aus Sicht der US-Amerikaner europäische Aktien zusätzlich unterbewertet, nicht nur aufgrund ihrer eh schon niedrigeren Bewertung. Das verleitet zum Kauf. Warren Buffett, George Soros und andere haben ja auch öffentlich erklärt, Geld aus US-Aktien in europäische Werte umzuschichten. Sie verkaufen also Dollar und kaufen Euros, unter dem Strich. Und auch für amerikanische Firmen ist es wieder günstiger, europäische Mitbewerber zu übernehmen. Das führt also zu einer zusätzlichen Euro-Nachfrage. Und dann darf man nicht vergessen, dass China und Russland ihre Dollarbestände abbauen, ebenso die Saudis. Die möchten alle weniger Dollarreserven haben, so dass hier eher Druck auf den Dollar besteht. Aber eben nur eine bestimmte zeit lang, danach greifen die grundlegenden Aussagen, die Du gemacht hast: US-Zinsen tendenziell rauf, Euro-Zinsen bleiben noch länger niedrig. Dazu das Anleihekaufprogramm der EZB.

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