Welches KGV für welches Gewinnwachstum?

Veröffentlicht: 2. Juni 2015 in Benjamin Graham, Fragen
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Eine der am meisten gestellten Fragen beim Aktienkauf ist die Frage: „Wie viel soll ich für diese Aktie Zahlen?“. Denn es ist wie bei jedem Kauf. Niemand möchte zu viel bezahlen. So natürlich auch beim Aktienkauf.

Über diese Frage habe ich heute – wie schon so häufig – nachgedacht. Normalerweise wird in der Aktienwelt das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) als Gradmesser, ob eine Aktie billig oder teuer ist, verwendet. Wobei ein KGV von unter 10 als günstig, ein KGV von 15 als fair und ein KGV über 20 als teuer angesehen wird. Das sind grob die KGV-Bewertungen, wie ich sie aus der Finanzliteratur kenne.

Wer schon länger in dem Geschäft ist weiß, dass das jedoch nicht ganz so einfach ist. Ein wichtiger Faktor ist nämlich das Wachstum. Es dürfte Jedem einleuchten, dass die Aktie eines Unternehmens, das ein größeres Gewinnwachstum aufweisen kann teurer sein muss als die Aktie eines Unternehmens, das nur wenig oder gar kein Wachstum aufweist. Von Verlusten will ich erst gar nicht reden.

Ausgehend davon habe ich mir heute die Frage gestellt: „Welches KGV für welches Gewinnwachstum?“

Bei der Recherche im Internet bin ich dann auf die Graham-Formel gestoßen, die ich zwar schon kannte, aber mir schon lange nicht mehr angesehen hatte. Sie wurde von Benjamin Graham dem Vater des Value-Investings (werthaltiges Investieren) entwickelt. Benjamin Graham war der Professor und Ziehvater von Warren Buffett.

Mit der Graham-Formel kann man den inneren Wert (fairen Wert) einer Aktie berechnen. Es handelt sich dabei jedoch mehr um eine Faustformel, z. B. hat Benjamin Graham nie begründet, warum er ein KGV von 8,5 für ein Unternehmen mit Nullwachstum für angemessen hält. Wie dem auch sei. Die Formel lautet:

Innerer Wert = Gewinn pro Aktie x (8,5 + 2 x Gewinnwachstum)

Ich habe mich mal mit dem hinteren Teil (8,5 + 2 x Gewinnwachstum) beschäftigt, weil er eine Antwort auf meine Frage geben würde.

Dazu habe ich eine Excell-Tabelle erstellt:

KGVs nach Graham-FormelGemäß der Formel billigt Benjamin Graham einem Unternehmen mit einem Gewinnwachstum von Null ein KGV von 8,5 zu.

Bei einem Prozent Gewinnwachstum ergibt sich ein KGV von 10,5, bei einem Gewinnwachstum von 2 % ein KGV von 12.5 % usw.

Klassiker wie Coca-Cola haben über die letzten Jahrzehnte ein Gewinnwachstum von 8 – 11 % erreicht. Was nach der Graham-Formel sich dann auch in entsprechend hohen KGVs ausdrückte.

Das Problem das Gewinnwachstum einigermaßen genau vorherzubestimmen hat man jedoch immer noch, weswegen man eine Sicherheitsmarge beim Kaufpreis einbauen soll.

Mir ist eine etwas ungenauere Abschätzung des Gewinnwachstums aber immer noch lieber, als völlig ins Blaue hinein zu kaufen.

Deshalb mal eine Frage an Euch liebe Leser. Wie ermittelt Ihr den fairen Wert einer Aktie und mit welcher Sicherheitsmarge arbeitet Ihr?

Vielleicht habt ihr ja auch selbst ein Blog und habt Euch dieser Thematik schon angenommen. Dann setzt bitte einen Link zu Eurem Blogeintrag.

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Kommentare
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