Anne Scheiber

Veröffentlicht: 22. Mai 2015 in Lesenswerte Artikel
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Die Geschichte dürfte den meisten Lesern wohl bekannt sein. Trotzdem wollte ich sie noch mal erwähnen, weil sie jetzt auf der deutsche Seite von TheMotleyFool noch mal erschienen ist und zeigt, dass man es auch als „kleiner“ Arbeiter/Angestellter auch ohne hochdotierte Jobs schaffen mit der Zeit schaffen kann ein größeres Vermögen aufzubauen.

Von Interesse solle dabei die Vorgehensweise sein.

Ausgangslage: Anne Scheiber war beim Finanzamt tätig. Ihr Job war es Steuererklärungen zu prüfen. Sie begann 1944 mit 5.000 USD. Sie arbeitete 23 Jahre für das Finanzamt, wobei sie nie mehr als 3.150 USD pro Jahr verdiente. Bei ihrem Tod im Jahre 1995 hinterließ sie 21 Millionen USD.

Vorgehensweise: 
– Sparsame Lebensführung
– Das gesparte Geld steckte sie in Qualitätsaktien (Unternehmen, die ihre Gewinne kontinuierlich steigern)
– Gerne in Qualitätsaktien von Unternehmen, die eine Dividende zahlen
– Die Dividende wurde wieder angelegt
– Es wurde ein diversifiziertes Depot geführt
– Es wurde eine Buy-and-Hold Strategie betrieben, um Steuern und Gebühren zu sparen

Soweit die Vorgehensweise mal kurz und prägnant auf den Punkt gebracht.

Es ist genau die Vorgehensweise, die ich hier hauptsächlich auch betreibe.

Hier der ganze Artikel. Weitere Infos habe ich aus diesem Artikel bezogen.

P.S. (25.05.2015)
Ich habe noch mal ein wenig im Internet recherchiert, weil ich widersprüchliche Angaben gefunden habe. Laut einigen Quellen war Anne Scheiber bei ihrem Tod im Jahre 1995 nämlich 101 Jahre alt. Wikipedia gibt als Geburtsjahr 1903/1904 an. 1894 scheint aber eher richtig zu sein.

Laut dieser Quelle war sie 1932 beim Finanzamt als Wirtschaftsprüfer beschäftigt und 38 Jahre alt.Von der Börse fasziniert gab sie fast ihr ganzes bis dato erspartes Geld ihrem Bruder – einem jungen Börsenmakler an der Wall-Street – der es verlor. Was sie ihm hiernach zeitlebens sehr übel nahm.
1944 ging sie in Pension. Da wäre sie 50 gewesen. Mit 50 in Pension? Ist das möglich? Scheinbar ja, denn sie erhielt eine Pension von 3.150 USD pro Jahr. Da sind sie wieder die 3.150 USD aus den anderen Quellen. In der Zwischenzeit – also von 1932 bis 1944 – hatte sie es wieder geschafft 5.000 USD anzusparen. Mit diesen 5.000 USD und einer Pension von 3.150 USD pro Jahr schaffte sie es in rund 50 Jahren von 1944 bis 1995 20 Mio. USD in Aktien anzuhäufen.
Laut diesem Artikel beklagt sie sich von ihrem Arbeitgeber – dem Finanzamt – nicht besonders gut behandelt worden zu sein. Jedenfalls konnte sie in der Hierachie all die 19 Jahre , die sie dort arbeitete, nicht aufsteigen, obwohl sie über ein abgeschlossenes Jurastudium verfügte, das sie 1924 abschloß. 1920 hatte sie den sicheren Job beim Finanzamt begonnen nachdem sie mit 15 Jahren, also ca.1909, den Beruf der Buchhalterin gelernt hatte.
Sie sagte, dies wäre wohl deshalb nicht befördert worden, weil sie zum einen eine Frau und zum anderen Jüdin sei. Vielleicht hat sie deshalb aus Frust ihren Job geschmissen und mit der ihr bis dato zustehenden Pension und 5.000 USD Startkapital, was nach heutigem Wert ca. 67.300 USD entsprach, ihr Heil an der Börse gesucht.
Ihr Geld vermachte sie laut diesem Artikel einer jüdisch orthodoxen Hochschule (Yeshiva University) . Ging danach aber schon 1941 in Pension und bekam eine anfängliche Pension von 83 USD pro Monat, nach heutigem Wert ca. 1.120 USD, was dann aber nur 996 USD pro Jahr gewesen wären. Wie ihr seht, alles ein bisschen widersprüchlich und verworren.

Das Erbe macht so jedenfalls wesentlich mehr Sinn als die Mitteilung, dass sie ihr Vermögen einer Universität vermacht hat, die sie selber nie besuchte.

Wie dem auch sei, der Vorgehensweise, wie sie zu ihrem Reichtum kam, tut dies keinen Abbruch. Und das ist es, was uns als Vorbild dienen sollte.

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Kommentare
  1. Alexander sagt:

    Na, bei mir hat´s noch länger gedauert. Ich habe es erst mit etwa 40 begriffen. Leider hatte ich nie einen Mentor und das Internet war noch nicht so informativ wie heute. Aber alles trauern nützt nichts, sondern Kopf und weitermachen 🙂

    Der Fall Anne Schreiber ist natürlich ein Extremfall. Sie hat sich nie etwas gegönnt. Ob das so erstrebenswert ist, weiß ich nicht. Sollten die Dividenden der frühzeitigen Flucht aus dem Arbeiten „müssen“ langen, hat man meiner Meinung nach schon das wesentliche Ziel erreicht.

    • ZaVodou sagt:

      Bei mir war das auch nicht viel anders. Es hat lange gedauert. Es gab Vieles, das abgelenkt hat.
      Kaufe keine Aktien mit KGV>15. Schaue nach Net-Net-Aktien. Kaufe Aktien mit niedrigen KBV (KBV<1). Kaufe Aktien mit niedrigen KUV<1. Kaufe Aktien mit niedrigem KCV. Kaufe Aktien mit einem PEG < 1,5. Kaufe Turn-around-Aktien, die mindestens 50 % vom Top gefallen sind usw.
      Um die Jahrtausendwende hieß es dann. KGV, KCV, KBV? Das ist alles unwichtig. Das hat ausgedient. Mit dem Internet hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Kauft Internetaktien. Noch machen diese Firmen kaum Gewinne oder schreiben sogar noch große Verluste, aber schon bald werden die Gewinne riesig sein, dass keiner mehr von den alten Firmen sprechen wird, weil es diese nicht mehr gibt, wenn sie sich nicht schnellstens dem Internetzeitalter anpassen. Zeitschriften wie „Der Aktionär“ verstärkten diesen Trend noch. Kauft Biotechs. Kauft Telekoms. Kauft Chinaaktien, das sind die Aktien und Märkte der Zukunft. Kauft schnell, bevor andere diese Aktien kaufen und die Kurse noch weiter in die Höhe gehen.
      Jedes neue Buch, das man las, brachte zwar neue Erkenntisse, aber verwirrte auch wiederum. So viele Ansätze, aber welcher ist der richtige? Gibt es überhaupt den einen richtigen Weg? Können nicht mehrere Wege zum Ziel führen?
      Ich denke, wenn man merkt, dass man mit einer Methode erfolgreich ist, dann sollte man dabei bleiben. Nach all meinen Erkenntnissen, die ich im Laufe der Jahre gewonnen habe, halte ich jedenfalls den Dividendenansatz, für einen recht guten Weg, um erfolgreich zu sein.

      Ja, das Internet ist eine tolle Sache, kann durch die schiere Datenflut aber auch sehr verwirren und ablenken.

      Anne Scheiber hinterließ – als sie im Alter von 90 Jahren starb – 21 Millionen USD. Sie hätte sich also schon das ein oder andere gönnen können. Auch hier gilt es, wie bei so vielem im Leben, einen guten Mittelweg zu finden. Manche kommen da aber leider auch nicht mehr aus ihrer Haut.
      Hoffen wir also, dass wir erkönnen können, wann genug genug ist und ab wann man sich auch mal etwas (unvernünfiges) leisten kann.

      • Alexander sagt:

        Ich habe praktisch 1:1 die gleichen Erfahrungen gemacht. Sicher führen viele Wege ans Ziel, aber ich glaube, der Dividendenweg mag der langsamste, dafür aber der sicherste Weg sein.

  2. dieter sagt:

    hy zavadou,

    Habe schon letztes Jahr von Anne Scheiber gelesen,

    es gibt einige Menschen die mit Dividenden zum Millionär geworden sind, solche stories suche ich immer wieder bei Google.

    Wen jemand eine weis, bitte melden.

    Selber investiere ich auch in Dividenden Aktien.

    @zavadou hast du auch eine email Adresse.

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Dieter,
      ja, solche Geschichten geben uns Kleinaktionäre Mut.
      Ich kannte die Geschichte von Anne Scheiber auch schon. Tim Schäfer berichtet gerne auf seinem Blog von solchen Geschichten. Den Blog kennst Du ja bereits.
      Eine E-Mail-Adresse habe ich, aber ich möchte gern alles über dieses Blog regeln.

  3. Fliegerone sagt:

    Hallo,
    ja, es ist richtig, auf lange Sicht kann man aus seinem Geld viel viel Geld machen,
    aber es dauert auch eine sehr sehr lange Zeit und da das Leben zeitlich beschränkt
    ist, muss man auch sehr früh damit anfangen.
    Ich habe es leider erst mit ca. 35 Jahren gemerkt, aber es ist schon erstaunlich,
    wie sich das eigene Vermögen von Jahr zu Jahr steigert.
    Viele Grüße
    Raymund

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