Wie viel Geld muss ich für meine finanzielle Unabhängigkeit ansparen?

Veröffentlicht: 26. April 2015 in Fragen, Lesenswerte Artikel
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Viele fangen an zu sparen und zu investieren, weil sie für den Ruhestand vorsorgen wollen. Manche liebäugeln aber auch damit, eines Tages ganz von dem Gesparten leben zu können und das möglichst weit vor dem eigentlichen Renteneintrittsalter. Dann stellt man sich unweigerlich die Frage: Wie viel Geld brauche ich eigentlich um davon Leben zu können?

Klar ist, wenn der Betrag zu gering ist, läuft man Gefahr wieder arbeiten gehen zu müssen und das wahrscheinlich zu weitaus schlechteren Konditionen oder im Alter gar mittellos dazustehen. Bemisst man ihn jedoch zu groß muss man länger arbeiten gehen als eigentlich nötig.

Nun, die Ansprüche jedes Einzelnen sind unterschiedlich, weswegen es keinen allgemeingültigen Betrag X gibt, der für jeden gilt. Vielmehr ist das also ein individueller Betrag, den sich jeder Einzelnen aber leicht errechnen kann.

Vielleicht habt ihr schon mal was von der 4 %-Regel gehört? Um diese Regel anwenden zu können, müsst Ihr allerdings wissen, wie hoch Eure jährlichen Ausgaben sind. Ich führe schon seit Jahren ein Haushaltsbuch auf Monatsbasis, so dass ich meine jährlichen Ausgaben kenne.

Die 4 %-Regel besagt nun, dass man seine jährlichen Ausgaben mit 25 multiplizieren muss, um seinen individuellen Betrag zu erhalten, der für die finanzielle Freiheit angespart werden sollte, um davon dauerhaft leben können.

Beispiel: Meine monatlichen Ausgaben belaufen sich auf 1.000 Euro. Ich mulipliziere meine monatlichen Ausgaben von 1.000 Euro mit 12 und erhalte 12.000 Euro. 12.000 Euro wären also meine jährlichen Ausgaben. Die jährlichen Ausgaben von 12.000 Euro multipliziert man mit 25 und erhält 300.000 Euro. Man muss also 300.000 Euro ansparen, um von nun an davon bis ans Ende seiner Tage davon leben zu können.

Als ich meinen Job schmiss, kannte ich die 4 %-Regel noch nicht. Davon habe ich erst vor ca. zwei Jahren bei Mr. Money Mustache gelesen. Ich hatte viel konservativer kalkuliert. Bei mir war das eher eine 3 %-Regel, also dass man ca. 33 mal seiner jährlichen Ausgaben als Grundstock für die finanzielle Unabhängigkeit bilden sollte.

Heute habe ich bei Go Curry Cracker! noch mal einen sehr schönen Artikel (leider – wie so Vieles – in Englisch) mit ein paar recht aufschlussreichen Zahlentafeln und Grafiken gelesen.

Die gute Nachricht – selbst die 4 %-Regel ist in vielen Fällen noch zu konservativ!

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Kommentare
  1. Milan Singh sagt:

    Sehr guter Artikel zum Thema. Im Netz findet man bereits einige, die einen Selbsttest starten und z.B. innerhalb von 12 Berufjahren eine finanzielle Unabhängigkeit anstreben. Das wünscht man natürlich jedem, aber ob man in diesen 12 Jahren glücklich ist… Ein gesunder Mix gehört meiner Meinung nach schon dazu.

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Milan,
      so ist es. Jeder muss seinen Mix selbst finden. Es kommt wohl auch darauf an wie zufrieden man mit seinem Job ist. Manche lieben ihren Job und finden das alles nicht so schlimm. Andere haben die Plackerei satt und wollen so schnel wie möglich aus dem Hamsterrad raus.
      Fakt ist, je mehr man sparen kann, desto schneller gelangt man ans Ziel. Wem die Entbehrungen zu hart sind und die Sparerei satt hat muss eben (etwas) länger arbeiten, kann sich zwischendurch aber das eine oder andere zur Lebensfreude leisten.
      Ich hatte z. B. immer Urlaub gemacht. Das habe ich mir nicht nehmen lassen. Habe – und das mache ich immer noch – auch im Urlaub auf die Preise geschaut.

      Ahoj

  2. Alexander sagt:

    Die Ausgaben zu kalkulieren ist relativ einfach. Ein Haushaltsbuch gibt da eine guten Aufschluss. Die Steuer bringt einem auch noch Vorteile. Man hat ja einen Grundfreibetrag und über die Steuererklärung (in Deutschland) zahlt man unter Umständen weniger als die 25% Kapitalertragssteuer. Einzig mit der Krankenversicherung könnte es Probleme geben, da müsste man sich privat versichern oder freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse bleiben, aber da zählen dann die Dividenden zu den Einnahmen bis zur Bemessungsgrenze. Da würden dann derzeit maximal rd. 745 €/Monat anfallen. Die müsste man wohl noch dazu kalkulieren. Wenn ich also 2000 €/Monat zum Leben brauche, die Krankenkasse dazu sind das schon 2.750 € netto, also brutto um die 3.750 €/Monat. Das ergibt im Jahr 45.000 € und das mal 25 = 1.125.000 € für mich.
    Oder sehe ich da was falsch?

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Alexander,

      meiner Meinung nach benöigst Du weniger als 45.000 Euro Jahreseinkommen.
      Da wären einmal die Beiträge als freiwillig gesetzlich Krankenversicherter.
      Die spalten sich wie folgt für einen Single auf:
      14,0 % Krankenversicherung ohne Krankengeld
      + 2,6 % Pflegeversicherung für Kinderlose
      + 0,9 % Zusatzbeitrag
      lt. meiner Krankenkasse ist das der Durchschnittszusatzbeitrag aller Krankenkassen ich zahle nur 0,7 %
      wären zusammen also
      17,5 % Krankenkassenbeitrag

      Bei 45.000 Euro Jahreseinkommen hättest Du einen Krankenkassenbeitrag von 7.875 Euro (45.000 Euro x 17,5 %) pro Jahr bzw. 656,25 Euro pro Monat zu leisten. Jedenfalls für 2015. Das kann sich jährlich ändern.

      Nun benötigst Du eine Einkommensteuertabelle, die ich hier verlinkt habe.

      Nun ziehst Du den Krankenkassenbeitrag von Deinen Kapitaleinkünften ab.
      Das ergibt 37.125 Euro (45.0000 Euro – 7.875 Euro) als zu versteuerndes Einkommen.
      Normalerweise hat man noch mehr in seiner Einkommensteuererklärung als steuermindernde Posten, aber nehmen wir mal an, dass Du nur Krankenkassenbeiträge als steurmindernden Posten hast.
      Laut Lohnsteuertabelle 2015 für Singles hättest Du für diese 37.125 Euro eine Steurbelastung von 8.384,09 Euro (7,947,00 Euro Steuer plus 437,09 Euro Soli).

      Bei 45.000 Euro Jahreseinkommen hättest Du netto also 36.651,91 Euro zur Verfügung (45.000 Euro – 8.384,09 Euro).
      Das wären dann 3.051,32 Euro pro Monat. Abzüglich Krankenkassenbeitrag von 656,25 Euro hättest Du dann 2.395,07 Euro netto zu Verfügung.

      Laut Einkommensteuertabelle liegt Dein Steuerdurchschnittssatz bei 22 %. Du hast hast aber bereits 25 % Kapitalertragsteuer gezahlt. Das bedeutet, dass Du Dir die zuviel gezahlten 3 % mittels der Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückfordern musst.

      Ich hoffe, das hilft. Das allerdings aus Sicht eines Laien, da ich kein Steuerexperte bin.

      Ahoj
      ZaVodou

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