Welche Nettorenditen konnte man mit deutschen Aktien erzielen?

Veröffentlicht: 13. August 2014 in Allgemein, Lesenswerte Artikel

Heute Morgen ist im Handelsblatt unter dem Titel „Diese Aktien können Sie ruhig vererben“ ein ganz interessanter Artikel bezüglich historischer Renditen von deutschen Aktien erschienen.

Was mich an der Studie des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre der Universität Regensburg besonders interessierte, waren die Aussagen um die erzielbaren Renditen aus Aktienanlagen Man untersuchte dabei die Zeiträume zwischen 1871 und 2014. Meist kennt man ja nur die Zahlen aus den USA.

Um es kurz zu machen: Die Nettorendite, also die Rendite nach Abzug der Inflation, lag bei deutschen Aktien in dem Zeitraum von 1871-2014 bei 7,7 %,während man im gleichen Zeitraum mit US-amerikanischen Aktien eine Nettorendite von 10,3 % (in US-Dollar gerechnet) erzielen konnnte.

Der Zeitraum 1871-2014 erschen mir nicht ganz so geeignet für weitere Prognosen, weswegen ich mir noch mal die Nettorenditen für die Zeiträume nach 1948 ausgerechnet habe. Dabei bin ich auf folgende Werte gekommen:

1949-1979 = 10,77 %

1980-2014 =  7,81 %

1949-2014 = 9,19 %

Wichtig erschien mir noch die Erkenntnis, dass Aktien keinen Schutz vor Inflation bieten, dazu zwei Zitate:

Von Dezember 1921 bis Ende 1923 verloren Anleger mit heimischen Papieren real fast die Hälfte.

Die Börsenkurse brachen nach der Währungsreform 1948 um rund 90 Prozent ein

Hier muss man allerdings bedenken, dass es sich um Aussagen zu deutschen Aktien handelt, weswegen ich es als wichtig erachte, dass man nicht nur deutsche Aktien im Depot haben sollte und die Firmen möglichst auch außerhalb des Euroraums ihr Geld verdienen, denn die Rechnung hätte in Mark gerechnet von Dezember 1921 bis Ende 1923 bestimmt anders ausgesehen, wenn man z.B noch US-amerikanische Aktien gehalten hätte. Trotzdem muss auch erwähnt werden, dass Eigentümer von Aktien immer noch besser dastanden als Leute, die ihr Geld unter dem Kopfkissen hatten oder auf dem Sparbuch.

Bleibt nur die Erkenntis, dass man zu diesen Zeiten nur nicht gezwungen sein musste zu verkaufen, denn danach ging es jedes mal auch rasan wieder nach oben.

Ob man jetzt die 15 empfohlenen Aktien kaufen sollte muss jeder selbst entscheiden. Es sind ein paar ganz gute Werte dabei. Das Aktien aber nicht riskanter als Staatsanleihen (über längere Zeiträume von größer als 15 Jahre) sind, zeigt dann noch mal folgendes Zitat:

Trotz höherer Renditen waren Aktien nicht riskanter. Besitzer von deutschen Staatsanleihen etwa trafen Kriege, Krisen und Systemwechsel deutlich stärker. „Ein diversifiziertes Aktienportfolio weist bei langfristiger Anlage kein signifikant höheres Risiko auf als vergleichbare andere Investitionen“

Wobei natürlich noch zu klären wäre, ab wann man ein diversifiziertes Aktienportfolio hat.

Man kann die Vergangenheit zwar nicht unbedingt fortschreiben, aber eine Tendenz sollte sie schon zeigen. Die Renditen sind auch nicht mehr ganz so hoch wie am Anfang nach der Währungsreform. So 6-8 % Nettorendite dürften nach der Studie wohl aber auch in Zukunft für deutsche Aktien und generell für Aktien drin sein.

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