Verkauf – Lorillard

Veröffentlicht: 24. Juli 2014 in Transaktionen
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Am Montag, den 21.07.2014, habe ich meinen kompletten Bestand an Lorillard-Aktien verkauft.

Grund: Normalerweise möchte ich meine Bestände halten. Bei Lorillard war ich jedoch gezwungen zu verkaufen.
Am 15.07.2014 kam die Meldung heraus, dass Reynolds Lorillard übernehmen will. Eigentlich ist so eine Übernahme für Aktionäre, die Aktien der zu übernehmenden Gesellschaft halten gut, da der Übernahmekurs meist über dem Börsenkurs liegt bzw. der Kurs durch die Übernahmegerüchte schon im Vorfeld steigt.
Das Problem ist nur, dass eine Übernahme steuerlich wie ein Verkauf gesehen wird, so dass bei einem entstehenden Gewinn 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag plus evtl. Kirchensteuer fällig ist, falls keine Altbestände, also vor 2009 gekauft.
Für jemanden wie mich, der ein Buy-and-Hold betreibt, sind solche Übernahmen eher ärgerlich, weil durch die Übernahme nun die Dividende flöten geht. Um für die übernommene Aktie Ersatz zu finden, benötige ich jetzt eine noch höhere Dividendenrendite als die der übernommenen Aktie, da mir durch die Abgeltungssteuer und dem Solidaritätszuschlag nun ein niedriger Geldbetrag zur Wiederanlage zur Verfügung steht. Von den zusätzlichen Kaufgebühren mal ganz abgesehen.
So eine Übernahme ist also sehr ärgerlich, wird aber in Zukunft aufgrund der niedrigen Zinsen wohl noch häufiger vorkommen.
Bei einer Übernahme gegen Geld wäre es egal, ob man verkauft oder bis zur Übernahme wartet. In beiden Fällen wäre bei einem Gewinn Abgeltungssteuer plus Soli plus evtl. Kirchensteuer fällig.
Im Falle von Lorillard stellt sich die Lage jedoch noch etwas anders dar, da die Übernahme in bar und in Aktien abgewickelt werden soll. Für jede Lorillard Aktie soll es 50,50 USD in bar und 0,29 Reynolds Aktien geben.
In diesem Fall sieht die deutsche Steuergestzgebung vor, dass der Baranteil wie eine Ausschüttung zu behandeln ist. Auch hier wären dann 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag plus evtl. Kirchensteuer fällig. Das wollte ich unbedingt vermeiden, da sich mein Krankenkassenbeitrag als freiwillig gesetzlich Krankenversicherter aus meinen Kapitaleinkünften berechnet. Bei 200 Lorillard Aktien wären das über 10.000 USD bzw. über 7.600 EUR mehr an Kapitaleinkünften gewesen aus denen sich mein zukünftiger Kassenbeitrag berechnen würde.
Am 20.07.2014 kam zusätzlich noch die Nachricht, dass Reynolds dazu verdonnert wurde, einer Witwe 23 Mrd. Dollar zu zahlen.
Da ein Teil der Übernahme ja auch in Reynolds-Aktien abgegolten werden sollte, war klar, dass das auch Auswirkungen auf die Lorillard-Aktie haben musste. Die Reaktion auf das Urteil an der Börse fiel jedoch weitaus  glimpflicher ab als ich das gedacht hatte. Ich hatte nämlich mit einer viel viel heftigeren Reaktionen gerechnet.
Trotzdem habe ich mich am Montag, den 21.07.2014, dazu entschieden, meine Lorillard-Aktien zu verkaufen, da ja auch nicht sicher ist, ob die Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen nicht doch noch scheitert. In diesem Falle würden die Aktien dann sowieso fallen.

Der Verkauf ging wie folgt durch:
200 x 44,279 EUR = 8.855,80 EUR abzgl. Provision/Courtage 23,31 EUR.
Durch den Verkauf entstand ein Veräußerungsgewinn von 2.774,73 EUR.
Abzüglich 25 % Abgelungsstuer von 693,68 EUR und 5,5 % Soli 38,15 EUR ergibt dies einen Reingewinn von 2042,90 EUR.

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