Kommentar zu: Royal Dutch Shell schüttet Dividenden demnächst nur noch in bar aus

Veröffentlicht: 22. Mai 2014 in Allgemein
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Royal Dutch Shell wird zukünftig die Dividenden nur noch in bar ausschütten. Bisher konnte man wählen, ob man die Dividende in bar oder in Form neuer Aktien haben wollte. Für uns Deutsche war das ziemlich egal, weil auf beide Varianten Abgeltungssteuer fällig ist. In den Niederlanden war es früher so, dass der Staat es steuerlich begünstigt hat, wenn ein niederländischer Bürger seine Dividende wieder in Aktien angelet hat, weil er das Aktiensparen fördern wollte. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Ich bin kein Niederländer.

Die Intention des Aktionärs war klar. Er wollte das Geld in der Firma belassen und hat auf eine Ausschüttung in Form von Geld verzichtet.
Der deutsche Staat macht hier keinen Unterschied. Das muss man sich mal genau vor Augen führen. Würde die Firma erst gar keine Dividende ausschütten und das Geld in der Firma belassen,wären auch keine weiteren Steuern fällig. Wenn es aber als Dividende wieder in Aktien angelegt wird – also letzten Endes auf eine Auszahlung verzichtet und in der Firma belassen wird – sind 25 % Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag plus evtl. Kirchensteuer fällig.

Das halte ich steuerlich für absolut ungerecht und Herrn Schäuble mag’s freuen. Meiner Meinung nach dürften aber auf Dividenden, die in der Firma belassen werden, keine Steuern fällig sein. Gerade vor dem Hintergrund, dass man möchte, dass der Einzelne fürs Alter vorsorgt. Hier wird er jedenfalls dafür bestraft, dass er das Geld in der Firma belässt. Deshalb begrüße ich es, dass Royal Dutch Shell gleich die Dividende in bar ausschüttet. Die ganze Aktion kostet nur unnötig Geld und verzögert die Auszahlung. So wie jetzt bei der Deutschen Telekom. Die Banken müssen alle Aktionäre erst mal anschreiben, was Geld kostet und dann die Antworten in ihre Systeme einhämmern, was wiederum Geld kostet, wobei Bruchstücke entstehen, die wiederum dann doch wieder in Geld ausbezahlt werden müssen. Also alles recht arbeitsintensiv ohne das der (Klein)aktionär groß etwas davon hat, außer vielleicht etwas Ordergebühren zu sparen. Von den Fehlern, die bei solchen Aktionen entstehen können mal ganz abgesehen. Ohne Steuervorteile für den Einzelnen also wirtschaftlicher Schwachsinn so eine Wahl, ob Barauszahlung oder Stockdividende.

P.S.
Ich bin mal gespannt, wie lange die Deutsche Telekom diesen Schwachsinn noch betreibt.

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