RWE

Veröffentlicht: 4. März 2014 in Neuigkeiten
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14.08.2014
Laut Handelsblatt soll das nachhaltige Nettoergebnis 2014 zwischen 1,2 und 1,4 Mrd. Euro liegen. Im März rechnete man noch mit 1,3-1,5 Mrd. Euro (siehe unten).
Das bedeutet bei 575,745 Mio Aktien ein nachhaltiges Nettoergebnis zwischen 2,26 und 2,43 EUR pro Aktie. 40-50 % sollen davon ausgeschüttet werden. Das würde wiederum eine Dividende zwischen 0,90 und 1,22 EUR bedeuten.

04.03.2014
RWE ist eigentlich keine Aktie, die hier im Fokus steht. Trotzdem möchte ich die heutige Meldungen zu den Ergebnissen ein wenig durchleuchten, weil RWE-Aktien bestimmt in vielen Dividendendepots vorhanden sind. Galt RWE doch jahrelang als zuverlässiger Dividendenzahler.
In der FAZ gab es heute diesen Artikel mit der Überschrift „RWE macht ersten Verlust in der Nachkriegszeit“ zu lesen. Was mich an den meisten Artikeln ärgert ist, dass man diese als Aktionär meist nicht so recht gebrauchen kann, weshalb  ich ihn mal etwas aufbereitet habe.

Dem Artikel kann man entnehmen, dass RWE 2013 einen Verlust von 2,8 Mrd. Euro gemacht hat. Der Verlust entstand aus Wertberichtigungen von insgesamt 4,8 Mrd. Euro, die man auf Kraftwerkparks vornehmen musste.  So weit so schlecht! Dann wird es interessant. Ohne diese Wertberichtigungen kommt man auf ein „nachhaltiges Nettoergebnis“ von 2,3 Mrd. Euro. (Anmerkung von mir: Das „nachhaltige Nettoergebnis“ ist für einen Dividendeninvestor deswegen so interessant, weil aus diesem sich die zu zahlende Dividende ableitet).

Weiter war zu lesen, dass die Dividende um 50 % von 2 Euro auf nunmehr 1 Euro gekürzt wird. Spätestens jetzt stellt  sich jeder Dividendeninvestor die Frage: „Reichen hierfür die 2,3 Mrd. Euro „nachhaltiger Gewinn“ aus oder welche Ausschüttungsquote ergibt sich daraus, weshalb es jetzt interessant wäre zu wissen, was 2,3 Mrd. Euro auf die Aktie herunter gerechnet bedeutet und hier versagen die meisten Wirtschaftsblätter.

Warum die Autoren das nie berücksichtigen, habe ich bis heute nicht verstanden. Wie dem auch sei, deshalb meine jetzige Aufbereitung.

Wie der Webseite von RWE zu entnehmen ist, ist das Grundkapital von  RWE auf 575,784 Mio. Aktien aufgeteilt und zwar auf 575,745 Mio. Stammaktien und 39 Mio. Vorzugsaktien. Teilt man nun 2,3 Mrd. Euro durch 575,745 Mio. ergeben sich daraus ca. 4,00 Euro „nachhaltiger Gewinn“ pro Aktie.

Man sieht also, dass die Dividende von 1 Euro durch einen Gewinn von 4 Euro pro Aktie gedeckt wäre.

Der Autor schreibt weiter, dass für 2014 ein „nachhaltiger Gewinn“ zwischen 1,3 Mrd. und 1,5 Mrd. Euro erwartet wird, was auf eine Aktie runter gerechnet einen „nachhaltigen Gewinn“ zwischen 2,25 Euro und 2,60 Euro bedeutet.

Bei mydividende.de, deren Daten auch nicht besser aufbereitet sind, war zu lesen, dass man die Ausschüttungsquote von 50 bis 60 Prozent auf 40 bis 50 Prozent reduzieren will.

Dies wiederum würde bedeuten, dass man für nächstes Jahr eine Dividende zwischen 0,90 Euro und 1,30 Euro erwarten kann, wenn die Prognosen so zutreffen.

Hier noch der Originalbericht von RWE.

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Kommentare
  1. Karl Napf sagt:

    575,784 Mio. Aktien minus 39,000 Mio. Vorzugsaktien = 536,784 Mio. Stammaktien.

    Wie stark wir die RWE-Aktie verwässert, wenn das Eigenkapital nach der Milliardenabschreibung durch eine Kapitalerhöhung wieder aufgefüllt werden muss?

    Wie hoch wäre danach eine Dividende von „40-50% des Nettogewinns“ pro verwässerte Aktie?

    Wie stark würden die Rating-Agenturen RWE abstufen, falls keine solche Kapitalerhöhung erfolgt?
    Wie hoch wäre in diesem Fall die vermutliche zusätzliche Zinsbelastung, und wie stark würde diese den „nachhaltigen Gewinn“ in den kommenden Jahren schmälern?

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Karl,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Wie stark die RWE-Aktie verwässert wird, wenn es zu einer Kapitalerhöhung kommt, habe ich mich auch gefragt, als ich den Artikel gelesen hatte.
      Ich weiß nicht, wie gut RWE mit den Verkäufen für den Schuldenabbau vorankommen wird und ob es zu einer Kapitalerhöhung überhaupt kommen wird.
      Wenn es zu einer Kapitalerhöhung kommt, muss neu gerechnet werden. Dann wird die momentane Dividende wohl gefährdet sein und es wird wohl zu einer Kürzung kommen, aber da muss man abwarten, ob es so weit kommt, weswegen ich RWE auch eher als Turn-around-Wert sehe als als guten und verlässlichen Dividendenzahler. Von Dividendenwachstum mal ganz zu schweigen.
      Hier sehe ich auch in näherer Zukunft keine Verbesserung, weswegen RWE bei mir auch nicht im Fokus steht.

      Gruß
      ZaVodou

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