Neu im Depot – K+S AG

Veröffentlicht: 17. Juli 2013 in Allgemein
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Ich halte die K+S AG nicht für einen reinen Dividendenwachstumswert, dafür sind Umsatz, Gewinn und auch die Dividende zu unstet. Normalerweise würde ich gerne stetig steigende Umsätze, Gewinne und Dividenden über viele Jahre (10+ Jahre) sehen.

Auch erfüllt sie weitere von mir geforderte Kaufkriterien wie ROA,ROE,ROI von jeweils >10 % nicht, hier ist nur der ROE >10 %, siehe unten stehende Grafiken von FT.com:

Ums+Gew-K+S

Div+EPS-K+S

Warum habe ich die K+S AG trotzdem gekauft?

Ich bin kein reiner Dividendenwachstumsinvestor. Deshalb schaue ich gerade in Zeiten, in denen ich die meisten Dividendenwachstumswerte für etwas überteuert halte, auch nach anderen Gelegenheiten Ausschau.

Die K+S AG ist ein typisches Beispiel für mich, dass es auch in Zeiten in denen der Aktienmarkt über längere Zeiträume gestiegen ist, es auch Aktien gibt, die mehr oder weniger stark gefallen sind, weil sie aus der Mode gekommen sind. Es gehen eben in einem steigenden Markt nicht alle Aktien nach oben, wie man am Chart (siehe unten) recht gut erkennen kann. Hier habe ich die K+S AG mal gegen den DAX und den S&P 500 laufen lassen :

Chart k+S vs. Dax + S+P500

Solch Gelegenheiten, wie sie der Markt einem ab und an bietet, sollte man nutzen.

Wie man am Chart sieht, steht die Aktie bei ca. 27,00 EUR, also dort, wo sie im Katastrophenjahr 2009 stand, als mal wieder Endzeitstimmung herrschte.

Aber nicht nur die K+S AG hat es getroffen, sondern die ganze Branche. Hier mal beispielhaft die K+S AG im Vergleich zu zwei Konkurrenten, nämlich YARA und Potash (siehe Chart):

Chart K+S vs YAR+POT

Die K+S AG stand in ihren besten Zeiten, als der Kalipreis um die 1.000 USD/t stand, bei um die 90 EUR. Der Kalipreis lag in den Jahren zuvor bei um die 200 USD/t. Nachfrage und Spekulation trieben diesen Preis also auf 1.000 USD/t. Ähnlich wie bei Gold glaubte man, das dies immer weiter gehen könnte, weshalb manche Analysten den Preis für die K+S AG schon bei 100 EUR sahen (siehe Beitrag 53 bei Wallstreet-Online). Im Juli 2008 erfolgte übrigens ein Split von 1:4, falls Sie noch erheblich höhere Kurse finden sollten.

Aber die großen Verbraucherländer wie China, Indien und Brasilien haben sich beim Kauf zurückgehalten, so dass der Preis wieder fiel. Mittlerweile sind die Läger dieser Länder wieder etwas leerer geworden, so dass man wieder zukkaufen musste.China hat zuletzt bei um die 400 USD/t zugeschlagen. Die großen Abnehmerländer wie China, Indie und Brasilien sind für die K+S AG zwar nicht so wichtig, weil deren Abnehmer hauptsächlich in Europa liegen, sie sind aber für die Preisentwicklung maßgeblich.

Die Kaliproduzenten bilden ein Oligopol. Es gibt nur wenige große Kaliproduzenten. Ähnlich also dem Ölgeschäft, wo wenige große Ölfirmen den Markt beherrschen. Fällt der Preis wird die Produktion gedrosselt.

Das die Kaliproduktion nicht so ganz uninteressant ist, hat der Übernahmeversuch von BHP Billiton im Jahre 2010 gezeigt, der aber letztendlich nicht zustande kam. Wegen dem zurzeit niedrigen Börsenkurs wird deshalb auch immer wieder die K+S AG als Übernahmekandidat gehandelt.

Die K+S AG hat sich mit dem Lagacy-Projekt ein Standbein in Kanada aufgebautt. Dies war auch eine strategische Überlegung, weil die Kalistätten in Deutschland begrenzt sind. Man hat sich seitens der K+S AG für Kanada entschieden, weil die Rechtssicherheit in Kanada sehr hoch ist und es nur 50 km von der Lagerstätte zum Hafen sind. Leider haben sich die geplanten Kosten für dieses Projekt erhöht und der Start wird sich um ein halbes Jahr verzögern, was zu weiter fallenenden Kursen führte, weil man noch höhere Kosten befürchtet. Und an der Börse wird nichts so sehr gehasst wie Unsicherheit.
Der Vorstandsvorsitzende, Herr Steiner, rechnet mit einem Gewinn von etwas über 3,00 EUR, weil die Geschäfte besser als letztes Jahr laufen, wo der Gewinn nach Steuern bei 2,95 EUR pro Aktie lag. Die Dividende von 1,40 EUR, die dieses Jahr ausgezahlt wurde, sollte also auch im nächsten Jahr nicht gefährdet sein, so dass die Dividendenrendite bei einem Kurs von 27,00 EUR derzeit bei 5,18 % liegt. Selbst bei einem Rückgang auf 1,00 EUR wären das immer noch 3,70 %, was erheblich über der Rendite einer Deutschen Staatsanleihe liegt. Warten auf bessere Zeiten kann hier also getrost ausgesessen werden. Man erzeilt durch die Dividende immer noch bessere Renditen als auf einem Tagesgeldkonto.

Ich gehe davon aus, dass der Vorstand die Probleme beim Lagacy-Projekt in den Griff bekommt. Kali sehe ich ähnlich wie Öl. Die Welt benöntigt beide Rohstoffe, so dass diese auch in Zukunft attraktive Gewinne abwerfen dürften, weswegen ich am Freiteg, den 09.07.2013 Hermann mit 180 Stück zu 27,00 EUR angefüttert habe.

Achtung: Ich bin kein professioneller Aktienanalyst. Dies stellt nur meine persönliche Sichtweise zur K+S AG dar.
Bitte informieren Sie sich bei einem möglichen Kauf vorher selbst und lassen sich professionell beraten.

Kommentare
  1. Matze77 sagt:

    Ich habe für K+S 26,20 bezahlt und bin mit 456 Stück dabei….Ich habe so langsam die Befürchtung, dass war ein teurer Fehler. Wie ist eure Strategie, aus sitzen oder in den sauren Apfel beissen?

    • ZaVodou sagt:

      Ich werde erst mal abwarten. Bis jetzt hat Uralkali ja nur einen Preiskampf in Aussicht gestellt und zukünftig Kalipreise von 300 USD/t und weniger prophezeit. Dazu muss es nicht kommen. Belaruskali kann ja auch noch einlenken. Immerhin muss Weissrussland seine Kredite aus dem Jahre 2011 bedienen. Da kann ein Preiskampf mit Uralkali diese gefährden. Vielleicht hofft Uralkali aber auch durch einen Preiskampf Belaruskali so schwächen zu können, um Belaruskali endlich übernehmen zu können, was sie schon 2011 vorhatten. Dern angebotene Übernahmepreis von ca. 30 Mrd. USD war diesen jedoch zu hoch. Bei zukünftig schwächeren Einnahmen könnte hier der Preis fallen.
      Der Einzige, der von einem Preiskrieg einen Vorteil hätte, ist Uralkali. Die anderen Anbieter dürften nach wie vor an maximalen Kalipreisen interessiert sein und uralkalis Kaliproduktion von 10 Mio. bzw. zukünftig 13 Mio. Tonnen kann den weltweiten Verbrauch von 50 Mio. – 60 Mio. Tonnen nicht decken.
      Die Frage ist nun, wie sehr benötigt Weissrussland Geld, um seine Kredite zurückzahlen zu können, so dass sie ihre Kaliproduktion günstig(er) verkaufen müssen.
      Außerdem sollte man die Kaliproduktion auch mal aus politischer Sicht betrachten. Immerhin sind die Kalivorkommen der K+S AG innerhalb dier EU die einzig nennenswerten Kalivorkommen. Ich weiss nicht, in wie weit man sich innerhalb der EU von Russland oder Weissrussland bzw. von Übersee abhängig machen will, so dass durch Zölle ein gewisser Kalipreis geschützt werden könnte.
      Zur Zeit ist jedenfalls viel Unsicherheit im Markt. Da aber niemand genau sagen kann, welche Kalipreise tatsächlich erzielbar sind, ist ein fairer Kurs schlecht ermittelbar.

      Ich warte jetzt erst mal den 13.08. ab und auf ein Statement vom Vorstand, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass er klare Aussagen zu zukünftigen Preisen unter den jetzigen Gegebenheiten machen kann.
      Zukaufen würde ich in der jetzigen Situation jedoch auch nicht.

    • bab86 sagt:

      Ich bin auch mit 450 Stück dabei, ich warte erstmal die Zahlen ab, die am 13.8. veröffentlich werden.
      Man lese sich nur diesen Satz durch:
      „… das operative Ergebnis EBIT I im Vergleich zum Jahr 2012 (€ 804,1 Mio) leicht steigern zu können, nicht festhalten.“
      Quelle: http://www.k-plus-s.com/de/news/adhoc/adhoc-130806.html

      Das heißt ja quasi das EBIT ist so wie in 2012, aber Dienstag muss K+S Farbe bekennen!

      • ZaVodou sagt:

        Könnte man so rauslesen. Ich selbst hatte ja sogar mit leicht rückläufigen Gewinnen gerechnet. Das war aber alles vor der Ankündigung Uralkalis sich auf einen Preiskampf einzulassen.
        Das Problem ist, wie weit werden unter der neuen Konstellation die Preise für Kali bei der K+S AG fallen und
        das wird noch nicht mal der Vorstand wissen, weswegen ich mit keiner klaren Aussage diesbezüglich rechne.
        Hier gilt es ganz einfach abzuwarten. Wem das zu heiß ist, weil er befürchtet, dass die Kalipreise tatsächlich auf unter 300 USD/t fallen muss halt aussteigen.
        Ich gehe erst mal nach wie vor davon aus, dass es nicht so schlimm kommen muss, weil die anderen Anbieter sich vielleicht nicht so weit drücken lassen. Dann verkaufen Uralkali und Belaruskali ihr Kali für 280 USD/t oder was auch immer und die anderen für vielleicht 350 USD/t. Dann fällt zwar die Marge, aber man macht erst mal keine Verluste mit dem Kaligeschäft.
        Da andere Teilnehmer abgeschreckt werden, werden weniger neue Kapazitäten aufgebaut und die steigende Nachfrage könnte so die Kalipreise, wie geplant, wieder anzeiehn lassen.
        Außerdem könnte jederzeit eine Einigung zwischen Uralkali und Belarusklai stattfinden.
        Wenn man in drei Jahren schließlich auch noch in Kanada Kali produziert, wird man durch die günstigeren Produktionskosten zusätzlich wettbewerbsfähiger. So lange muss man halt durchhalten und schauen, wie sich die Kalipreise tatsächlich entwickeln. Das wird man aber erst in ein paar Monaten können, wenn die nächsten Preisverhandlungen anstehen. Augenblicklich wird auch viel Blabla geredet ohne das es wrklich was bringt.

  2. bab86 sagt:

    Ich gebe ne Runde Taschentücher aus😉

  3. bab86 sagt:

    erst der Verkauf macht Buchverluste zu realen Verlusten😉

  4. bab86 sagt:

    Ich habe mir meine K+S mit 34,58 EUR pro Stück ins Depot gelegt, den Kauf bereue ich trotz der Rücksetzer nicht.
    K+S ist ein guter Wert, gerade für diesen Preis!

    • ZaVodou sagt:

      Danke, bab86. Viele Leute sprechen erst über Investments, wenn sie im Gewinn liegen. Du bist wenigstens so ehrlich und gibst zu, dass Du Verluste hast.
      Ich halte K+S auch für eine ganz gute Chance seine Rendite aufzubessern und zurzeit als attraktiveres Investment als die klassischen Dividendenwachstumswerte, die ich für zu teuer erachte und eine evtl. gekürzte Dividende sollte mehr Geld als eine Anlage auf einem Tagesgeldkonto bringen. Bei zukünftig wieder steigenden Rohstoffpreisen plus Übernahmephantasien winken zudem Kurssteigerungen.
      Außerdem ist es eine weitere Diversifikation im Depot. Ziel ist es ja, ein möglichst breit gestreutes Portfolio in gewinnträchtigen Sektoren zu haben.

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