Agrarwerte

Veröffentlicht: 9. Juli 2013 in Branchen
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Ich hatte mir gestern mal einige Werte im Agrarsektor näher angeschaut, weil K+S AG seit einiger Zeit in den Foren als günstiger Wert genannt wird. Gestern wurde noch Yara bei Seeking Alpha erwähnt. Hier die Übersicht:

Agrarwerte
Tabelle vorwiegend aus dem Zahlenmaterial von FT.com erstellt (ohne Gewähr).

Als zuverlässigen Dividendenwert halte ich die K+S AG nicht. Dafür sind die Gewinne zu schwankend, weswegen ich sie für ein reines Dividendendepot für nicht geeignet halten würde.
Mit einem KGV (TTM) von 9,14 und einer momentanen Dividendenrendite von 5,11 % ist die K+S AG jedoch recht günstig bewertet.
Yara mit einem KGV (TTM) von nur 7,05 und einer Dividendenrendite von5,22 % sieht noch interessanter aus, zumal der ROE und die Sachinvestitionsquote besser sind.  Da Yara ein norwegischer Wert ist, hätte man hier mit dem Umstand zu kämpfen, dass man sich die zu viel gezahlte Quellensteuer bei einer Dividendenausschüttung vom norwegischen Fiskus zurückholden müsste.

Interessant sieht auch Uralkaliy aus. Beste Marginwerte,  niedrigste Sachinvestitionsquote und eine ganz ansehnlichen Dividende von 4,22 %. Allerdings ein russischer Wert. Russische Werte mag ich jedoch nicht besonders, obwohl es bei der Dividende kein Problem geben dürfte, weil die 10 % Quellensteuer voll angerechnet wird. Uralkaliy ist der zweitgrößte Kaliproduzent der Welt.

Auch die Zahlen von Potash sind ganz akzeptabel. Potash ist übrigens der größte Kaliproduzenht der Welt. Als kanadischer Wert hätte man ebenfalls das Problem, dass man sich bei einer Dividendenausschütung die zu viel gezahlte Quellensteuer sich mühsam über Anträge beim kanadischen Fiskus wieder zurückholen muss.

Die ganze Branche sieht recht günstig aus. Ich weiß noch, wie vor ein paar Jahren in den einschlägigen Finanzblätter für Agrarwerte getrommelt wurde. Quasi ein Muss in jedem Portfolio. Durch die weltweit steigende Bevölkerungszahl und der immer geringer werdenden Ackerfläche auf Grund der Tatsache, dass in den aufstrebenden Industrienationen, wie z.B. China, immer mehr Ackerfläche in Wohn- und Produktionsfläche umgewandelt wird, wäre eine extensivere Bewirtschaftung der übrigbleibenden Ackerfläche nötig und dies wiederum macht einen erhöhten Einsatz von Düngemittel (Kali) notwendig.

Kali ist nicht so sehr selten, aber die Erschließung ist teuer und zweitaufwändig (mehrere Jahre). Insgesamt gibt es nur wenige Länder, die Kali in großen Mengen überhaupt produzieren können. Kanada, USA, Russland, Ukraine, China, Deutschland, Israel sind die größten. Deutschland ist mit Abstand der größte Kaliproduzent in Europa. Große Agraländer wie Indien und Brasilien produzieren gar kein Kali und müssen es einführen.  Auch Chinas Kaliproduktion reicht nicht für das ganze Land aus. Zur Zeit hält sich vor allem Indien mit der Nachfrage zurück, weil es auf günstigere Preise hofft, da sich die Kalipreise innerhalb von wenigen Jahren verfünfacht hatten. Lag der Preis von wenigen Jahren noch bei 200 USD pro Tonne  stieg er bis auf 1.000 USD.

Momentan liegt der Preis bei um die 400 USD. Man kann sich allerdings mit der Nachfrage nur zurückhalten, weil die Läger voll sind.  Dies ist auch der Grund, warum die Preise zurück gehen und die Gewinne der Kaliproduzenten zurück gehen. Mit der Auswirkung fallender Aktienkurse. Das könnte man aber nur so 1-2 Jahre durchhalten, dann wären die Vorräte aufgebraucht.

Dies mal im Schnelldurchlauf zur momentanen Situation der Kaliproduzenten, was ich so gestern mir angelesen habe.

Fazit: Ich halte  die K+S AG zur Zeit für ein ganz interessantes Investment, wenn auch nicht für den puristischen Dividendeninvestor. Die K+S AG wäre mehr eine antizyklische Investition.  Die Argumente, die für ein Investment in Kaliproduzenten sprachen, gelten meiner Meinung nach aber immer noch und sind nicht von der Hand zu weisen. Falls noch eine längere Zeit eine Kaufzurückhaltung bei Kali existieren sollte dürfte sich dies weiter bei den Gewinnen bemerkbar machen und somit auf die Dividende. Die K+S AG hat dieses Jahr 1,40 EUR ausgeschüttet. Sollte es hier zu einer Kürzung auf 1,00 EUR im nächsten Jahr kommen, würde man bei einem Kurs von um die 27,00 EUR immer noch eine Dividendenrendite von 3,70 % haben. Keine schlechte Sache. Bei positiven Aussichten, wenn die Kaliläger mal leer sind.

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