Dividendinvesting: Viel Geld ohne viel Arbeit

Veröffentlicht: 26. Juni 2013 in Dividendenstrategien
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Tim McAlleenan Jr. schreibt viele tolle Artikel in seinem Blog „The Conservative Income Investor“ (siehe Blogroll). Wahnsinn, wie er diese nur so raus haut. Dieser Artikel hat mir so gut gefallen, dass ich ihn einfach übersetzen musste, weil er sehr einfach verdeutlicht, um was es beim Dividendinvesting geht und ich das auch denjenigen näher bringen möchte, die nicht so gut Englisch können oder nicht die Zeit haben längere Artikel in Englisch durchzulesen.

Viele Börsianer spekulieren an der Börse nach dem Motto: „Kaufe billig, verkaufe teuer“. Beim Dividendinvesting steht jedoch etwas ganz anderes im Vordergrund.

Manches hab ich ein wenig freier übersetzt, mich jedoch meist recht eng am Originaltext gehalten.

Hier der Originaltext.

Übersetzung:
Als Walt Disney mal gefragt wurde, was das größte Problem in seinem Leben war, antwortete er:
„Geld, ich brauchte immer mehr Geld“.

Im Großen und Ganzen gibt es zwei Möglichkeiten Geld zu verdienen:
1. Wir können unsere Arbeitskraft verkaufen und dafür einen gewissen Stundenlohn erhalten. Wenn man 10 Euro pro Stunde verdient und 8 Stunden pro Tag arbeitet bekommt man am Ende des Tages 80 Euro vor Steuern. Klingt verständlich.
2. Wir können uns selbstständig machen. In diesem Fall ist das Geld, das wir verdienen die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, auch wieder vor Steuern. Klingt auch verständlich.

Das Problem bei beiden Möglichkeiten ist, dass beide endliche Wege sind, um Reichtum zu kreieren und dabei ständig unter Leistungsdruck steht: Wenn man seine Zeit für Geld verkauft erhält man einen Gehaltsscheck und das war es dann. Endlich also. Sobald man das Geld für Miete, Lebensmittel, Elektrizität, Kleidung oder für was auch immer ausgibt, ist es weg. Wenn man ein kleines Geschäft betreibt, muss man immer die Kunden zufrieden stellen. Sobald man da nachläßt versiegen die Einnahmen.
Außer, wenn man seine Arbeit mag oder einen recht sicheren Arbeitsplatz hat, ist dies eine sehr druckvolle Art zu Leben. Man lebt sein Leben in einer ständigen Tretmühle. Man muss seine Lebensenergie für etwas Temporäres hergeben was letztendlich versiegt.
Der Wunsch meine Grundbedürfnisse zu befriedigen ohne meine (wertvolle) (Lebens) Zeit für einen Gehaltsscheck eintauschen zu müssen, brachte mich aufs Investieren in Dividenden-Wachstums-Aktien.
Das Eigentum an Stammaktien ist der leichteste Weg, Geld zu generieren, ohne dass man seinerseits wiederum sich in irgendeiner Art verkaufen muss.
Zurzeit ist Coca-Cola ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 176 Milliarden USD, bei dem die Vorstände beschlossen haben, dieses in 4,5 Millionen Anteile aufzuteilen, die wir Aktien nennen. Jeder Eigentumsanteil kostet zurzeit 40 USD. Für jede 40 USD, die man zur Seite legen kann, um Aktien dieses Erfrischungsgetränkegiganten zu kaufen, erhält man einen Gewinnanteil von 1,90 USD. 1,12 USD erhält man davom vom Vorstand in Form einer Bardividende. Die übrig gebleibenen 0,78 USD werden vom Unternehmen dafür verwendet, um Schulden zurück zu zahlen, Aktien zurück zu kaufen und das Wachstum des Unternehmens voran zu treiben, so dass man zukünftig sogar noch mehr Dividende erhält.
Und Junge,  Coca-Cola ist verdammt gut darin Dir zukünftig wahrscheinlich noch mehr Dividende auszuzahlen. Coca-Cola ist im Jahre 1920 an die Börse gegengen. Seitdem ist kein Jahr vergangen, ohne dass Coca-Cola einen Teil des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet hat.
Das Unternehmen hat es seit John F. Kennedys Invasion auf die Schweinebucht (Anmerkung von mir: Das war 1961, falls ihr im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst habt) geschafft, die Dividende jedes Jahr zu erhöhen. Dies ist also ein Unternehmen, das so ungefähr weiß, wie man seine Aktionäre reich macht, wenn man der Gesellschaft nur genügend Zeit gibt, seine Magie zu entfalten (in den letzten zwei Jahrzenten hat Coca-Cola seine Dividenden nie unter 6 % pro jahr erhöht).
Der Gedanke, dass du Geld mit Coca-Cola-Aktien machen kannst, sollte dich jetzt in Extase versetzen. Ja, es sollte dich verdammt glücklich machen. Einige Leute hassen es Geld zu sparen, weil sie es lieber ausgeben. Das Proplem ist nur, wenn man etwas gekauft hat, dann war’s das. Spiel vorbei. Wenn du mehr Geld haben willst, musst du mehr arbeiten. Beim Dividendinvesting ist dies nicht der Fall.
Beispiel: Sagen wir, Du benötigst 100 Euro, um zwei Eintrittskarten für ein Spiel der Gladbacher Fohlen im Borussiapark zu kaufen. Wenn Du 15 Euro pro Stunde verdienst, musst du so 6-7 Stunden deiner Lebenszeit (wahrscheinlich sogar noch mehr, wenn man die Steuer mit berücksichtigt) arbeiten, um das Geld für die zwei Sitzplätze aufzubringen. Und wenn du das Geld mal ausgegeben hast, dann war’s das. Spiel vorbei. Wenn du wieder zu einem Spiel der Gladbacher Fohlen gehen willst, dann muss du wieder 6-7 Stunden deiner Lebenszeit für diese zwei Sitzplätze arbeiten. Es ist ein niemals enden wollender Kreislauf.
Wie dem auch sei, nehmen wir an, du hast 120 Royal Dutch Shell Aktien in deinem Portfolio. Alle 90 Tage schickt dir der Vorstand einen Scheck über 0,90 USD für jede Stammaktie, die du besitzt und dies wiederholt sich bzw. (der Betrag darauf) wird sich wahrscheinlich sogar noch erhöhen, solange wir Öl und Erdgas verbrauchen. Nur, weil du Teilhaber bist, bekommst du alle 90 Tage 108 USD zugesandt. Voila! Nicht nur, dass du 108 USD für die Tickets erhälst, nein, 90 Tage danach hast du wieder 108 USD auf deinem Konto. Und nach weiteren 90 Tagen wieder 108 USD. Und danach wieder. Und dann erhöht sich die Dividende und der Betrag auf dem Scheck wird noch größer.
Es ist ein nie endender Kreislauf. Solange du nur darauf bedacht bist dich in produktive Geschäfte einzukaufen, die Geld abwerfen. Die Frage, die sich dann stellt ist: Wie stelle ich es an, dass ich solch ein passives Einkommen alleine dadurch erhalte, dass ich morgens aufstehe. Coca-Cola und Shell sind nur zwei Beispiele. Stell dir vor, was passiert, wenn man sein Portfolio mit 30 weiteren Unternehmen bestückt, die die gleichen Charakteristika aufweisen.
Das würde bedeuten, dass du 128 Dividendenzahlungen pro Jahr erhälst. An irgendeinem Tag, an dem du also aufwachst, würde eine 35 %-ige Chance bestehen, dass du eine Dividendenzahlung erhälst. Wie geil klingt das denn? Darum geht es im Großen und Ganzen auf meiner Webseite. Die meisten Menschen erliegen ihrer Gewohnheit jeden Monat Zinsen für Bankkredite, Kreditkarten oder an Gläubiger zu zahlen. Ich möchte, dass Sie an dieser Art von Beziehung etwas ändern und zwar dahingehend, dass ihnen die Bank oder ein exzellentes Unternehmen jeden Monat Geld zahlt (und nicht umgekehrt).
Wenn Sie ihre Lebenszeit einfach für Geld verkaufen sind Sie in einem Teufelskreis gefangen. Eine große Änderung in ihrem Leben erfolgt erst dann, wenn Sie anfangen Entscheidungen zu treffen, die ihnen Geld auf ihr Konto spülen, ohne dass Sie hierfür zusätzliche Bedingugnen erfüllen, Energie oder Ausgaben aufbringen müssen.
So verändert man große Dinge in seinem Leben. Fangen Sie damit an, mein Freund.

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Kommentare
  1. Envoguegirl sagt:

    Hey und was Ist Mit den quellensteuern? Theoretisch gesehen klingt das machbar aber die Einlage macht ein reich und die meisten Privatanleger haben nicht 40.000€ einfach mal so um in Coca-Cola zu investieren. Aufstocken ist eine Möglichkeit dauert aber sehr lang.

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Modemädchen,
      die Quellensteuer ist in der Tat ein Problem, wenn man Kapitaleinkünfte unterhallb des Freibetrages hat, aber Coca-Cola ist ja nur ein Beispiel einer Dividendenwachstumsaktie.
      Und ja, es dauert lange bis aus einem kleinem Pflänzchen ein großer Baum mit vielen Früchten zum Ernten wird, weswegen man Geduld und Ausdauer benötigt.
      Weil dieser Weg eben nicht von heute auf morgen beschritten werden kann, fangen viele erst gar nicht an und suchen sich einen vermeintlich schnelleren Weg oder brechen nach einiger Zeit wieder ab.
      Das Wichtigste ist – wegen des Zinseszinseffektes – , dass man so früh wie möglich mit dem Aktiensparen anfängt und große Summen seiner Einkünfte dafür spart, um das gesparte Geld am Aktienmarkt anlegen zu können.
      Und ich rede von anlegen. Das heisst Kaufen-und-Halten und sich an den mit der Zeit ständig wachsenden Dividendeneinnahmen zu erfreuen und nicht auf Kursgewinne zu spekulieren.
      Dazu sind nicht alle Aktien geeignet und auch nicht zu jedem Preis. Es sind ein paar steuerliche Dinge zu berücksichtigen und man sollte nicht unbedingt alles in einem Unternehmen anlegen. Stichwort Diversifikation. Darum geht es in meinem Blog.

      Ahoj,
      ZaVodou

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