Wie sehr beeinflusst Dich die ausländische Quellensteuer bei der Auswahl Deiner Aktien?

Veröffentlicht: 1. Februar 2013 in Fragen
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Die ausländische Quellensteuer beeinflusst mich bei der Aktienauswahl sehr. Ich möchte möglichst wenig zusätzlichen Aufwand. Ein Antrag auf Quellensteuerrückerstattung wäre so ein zusätzlicher Aufwand. Außerdem ist dieser Aufwand meist zusätzlich noch mit Kosten verbunden. Manche Anträge, wie z.B. im Falle der Quellensteuerrückerstattung von französischen Aktien, können darüber hinaus nur durch den Verwahrer (Bank) gestellt werden. Diese wollen natürlich für ihre zusätzliche Arbeit bezahlt werden. Sprich es fallen Gebühren an, so dass sich Quellensteuerrückerstattungen erst ab 100 Euro lohnen. Diese 100 Euro wären aber schon mal weg, weswegen man sich überlegen muss, ob man nicht Aktien in anderen Länder ohne Quellensteuer oder bei denen wenigstens die Quellensteuer angerechnet wird, findet.

Einer der wenigen Länder bei denen die Rückerstattung relativ problemlos und auch recht zügig vonstatten geht ist die Schweiz. Hier kann man auch bei einem Antrag drei Jahre bei der Rückerstattung zusammen fassen. Verwaltungsaufwand für Ausfüllen des Antragformulars, Einholung des Tax-Voucher beim Verwahrer, Bestätigung des Wohnsitzfinanzamtes, Kopie der Dividendengutschriften  und Portokosten hat man aber trotzdem.

Deshalb investiere ich hauptsächlich in Aktien bei denen erst gar keine Quellensteuer anfällt oder zumindest eine volle Anrechnung erfolgt.

Für diejenigen, die gerade ihr Depot aufbauen und noch nicht ihren Freistellungsauftrag ausgeschöpft haben, sei gesagt, dass sie nichts von der Anrechenbarkeit der ausländischen Quellensteuer haben. Diese ist unwiederbringlich weg und kann nicht zurückgefordert werden. Dies sollte man also vor dem Kauf von Aktien mit ausländischer Quellensteuer berücksichtigen. Die Anrechenbarkeit ist erst dann interessant, wenn man den Freistellungsauftrag ausgeschöpft hat und  sich die Frage stellt, wie viel der ausländischen Quellensteuer (maximal meist 15 %, es gibt aber auch Ausnahmen, wo der Satz höher ist) ist auf die 25 %-ige Kapitalertragsteuer anrechenbar. Den Rest, also wenn die ausländische Quellensteuer über dem maximal anrechenbaren Steuersatz von 15 % liegt, muss man sich mehr oder weniger aufwändig vom Quellensteuerstaat mittels Anträge zurückfordern.

Hier nun eine Auflistung der wichtigsten Länder, die für mich für ein Investment unter berücksichtung der ausländischen Quellensteuer in Frage kommenen würden. Auf die fettgedruckten Länder konzentriere ich mich bzw. bin dort auch investiert.

Land/Quellensteuer/Anrechenbarkeit
Australien/0/0
China/10/10
Indien/0/0
Irland/0/0 20/15 (aktualisiert am 28.02.15)
Israel/25/25
Japan/7/7
Lettland/10/10
Luxemburg/15/15
Malaysia/0/0
Mexiko/0/0
Neuseeland/15/15
Niederlande/15/15
Singapur/0/0
Slowakei/0/0
Südafrika/0/0
Thailand/10/10
Tschechien/15/15
Ukraine/5/5
USA/15/15
Vereinigte Arabische Emirate/0/0
Vereinigtes Königreich (Groß-Britannien)/0/0

(ohne Gewähr)

Die Liste ist vom (siehe Erstellungsdatum des Eintrags). Da sich in der Steuergesetzgebung (Doppelbesteuerungsabkommen) ständig etwas ändert, ist es ratsam sich noch mal genau zu informieren, ob Geschriebenes noch aktuell ist. Schaut am besten hier nach.

Wie bereits geschrieben, möchte ich mir möglichst den Aufwand und die Kosten der Steuerrückerstattung sparen. Am ehesten vorstellen könnte ich mir noch Aktien von Firmen aus der Schweiz und Dänemark, weil die Quellensteuerrückerstattung relativ unkompliziert, ohne Mitwirken der Depotbank möglich ist und die Rückerstattung des Quellensteuerstaates recht zügig erfolgt.

Gerade für den Kleinanleger ist der Aufwand aber relativ groß, um sagen wir mal einen Betrag von 20 EUR Quellensteuer zurückzufordern. Bei vielen Kleinanleger sind diese Beträge noch viel geringer, weil sie aus Gründen der Diversifikation viele kleine Positionen haben. Damit verzichten sie dann z.B. im Falle von schweizer Aktien auf 20 % ihrer Dividendeneinnahmen, wenn man sich die Rückerstattung spart. Wenn man den Freistellungsauftrag nicht überschritten hat, werden daraus  sogar 35 % auf die man verzichtet.

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Kommentare
  1. Mover sagt:

    Hallo ZaVodou,

    wenn ich mit die Tabelle des Bundeszentralamtes für Steuern anschaue:

    http://www.bzst.de/DE/Steuern_International/Auslaendische_Quellensteuer/auslaendische_quellensteuer_node.html

    dann sehe ich bei den USA eine nach DAB höchstens anrechenbare Quellensteuer von 15% und sehe das auch 15% anrechenbar sind. Also alles gut wie du auch schon sagtest.
    Bei Kanada steht jedoch das gleich also auch 15% und 15%.
    Bei dem Beitrag über Warren Buffetts Transaktionen Q 4 2014 sagst du jedoch, dass es notwendig ist in Kanada die Quellensteuer zurückzufordern.

    Ich verstehe jetzt nicht warum es bei Kanada notwendig ist zurückzufordern in den USA aber nicht.
    Vielleicht habe ich auch nur die Tabelle des bzst falsch verstanden?!

    Bitte hilf mir auf die Sprünge 😉

    Viele Grüße
    Mover

    • ZaVodou sagt:

      Hallo Mover,
      Danke erst mal, dass Du Deine Frage an einer passenden Stelle gestellt hast. Andere haben vielleicht ähnliche Fragen und würden – verständlichr Weise – nicht vermuten, dass so was mal bei Transaktionen von Warren Buffett erörtert wurde.

      Nun zu Deiner Frage:
      Bei Kananda steht in der Spalte Dividende (A) a)25. Das bedeutet, dass Du mit 25 % besteuert wirst.
      b)15 % bedeutet, dass Du 15 % angerechnet bekommst, siehe auch Spalte C Ergebnis.
      Das bedeutet wiederum, dass Du Dir die Differenz von 10 % vom kanadischen Fiskus mittels Anträge zurückfordern musst.
      Verwirrend ist jetzt, was unter Vereinigte Staaten steht. Da steht nämlich a) 30 % und b) 15 %. Würde bedeuten, dass man 30 % abgezogen bekommt und 15 % angerechnet bekommt, so dass man sich jetzt 15 % vom amerikanischen Fiskus zurückfordern müsste.
      Tatsächlich ist es aber so, dass gemäß Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) mit den USA die Quellensteuer auf 15 % reduziert wird und diese voll angerechnet wird.
      Da fehlt meiner Meinung nach ein Hinweis vom Bundeszentralamt für Steuern. Das hat mich nämlich auch verwirrt als ich zum ersten mal die Tabelle sah.

      Nun noch ein weiteres Problem zu dem es jetzt für uns Deutsche kommt, weil wir ja einen Freistellungsauftrag stellen können.
      Die 15 % Quellensteuer sind weg. Die kann man sich nicht mehr wieder holen. Nur anrechnen auf die 25 % Abgeltungssteuer.
      Das nutzt aber nur etwas, wenn man seinen Freistellungsauftrag ausgeschöpft hat, weswegen ich immer darauf hinweise, dass man dies – gerade, wenn man erst mit dem Depotaufbau beginnt – berücksichigen sollte.

      Den nichtanrechenbaren Teil – im Beispiel Kananda die 10 % – die könnte man jedoch zurückfordern, wenn es denn Sinn macht. Meist sind die Beträge so niedrig, dass es sich nicht lohnt einen Antrag zu stellen.

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